Weil Kinder nicht ins Gefängnis gehören: Kinderdorf Cristo Rey

Im Kinderdorf Cristo Rey in Cochabamba muss die Wäsche selbst gewaschen werden.

Im Kinderdorf Cristo Rey in Cochabamba muss die Wäsche selbst gewaschen werden.

Kennwort für Spenden: Cristo Rey
Spendenkonto
Empfänger: Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel
Konto 100 300
Darlehnskasse im Bistum Münster
Bankleitzahl: 400 602 65

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung.

Ihr Ansprechpartner in der Missionszentrale der SMMP:
Winfried Meilwes
Tel.: 02904-808 241
missionszentrale(at)smmp.de

Seit dem Jahr 2008 wird das umfangreiche Engagement der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) in Cochabamba mit der Übernahme und Trägerschaft sowie pädagogischen Leitung des Kinderdorfes „Aldea de Niños Cristo Rey“ (Christkönig) an den Hängen von Cochabamba ergänzt. Diese Einrichtung haben die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel von Pater Erik Williner und der Laienmissionarin Schwester Ingrid Pentzek übernommen, mit den die Gemeinschaft schon über lange Jahre freundschaftlich verbunden ist. Hier kümmert sich die Gemeinschaft um die sich selbst überlassenen Kinder von Strafgefangenen.

Abends gegen halb neun, wenn nach und nach in den Häusern des Kinderdorfes Cristo Rey die Lichter ausgehen, liegt wieder ein arbeitsreicher Tag hinter Petra und Volker Sadura. Das deutsche Ehepaar aus Geseke in Westfalen ist Ende 2007 mit seinen drei Kindern nach Cochabamba ausgewandert, um dort nun im Auftrag der SMMP die Betreuung von derzeit rund 320 Kindern im Kinderdorf zu leisten. Kinder, deren Väter im Gefängnis eine Strafe absitzen und deren Mütter ebenfalls in die Haftanstalten mit einziehen, um für ihre Männer zu sorgen.

Der Hintergrund: Die Situation ist für viele Familien fatal. Wer in Bolivien eine Straftat begeht, wird in dem Gefängnis des Bezirkes eingesperrt, wo man die Straftat begangen hat. Oft werden dadurch die Familien auseinander gerissen. Denn da sich in dem Gefängnis niemand um die Häftlinge kümmert, ziehen die Ehepaare gleich mit ein. Und oft auch die Kinder. Hat man die Haftanstalten, häufig alte Fabrikhallen, einmal von innen gesehen, wird man verstehen, warum man den Kindern so schnell wie möglich helfen muss. Denn hier haben die Familien keine Privatsphäre. Mit Möbeln und Stofffetzen versuchen die Menschen in den Gefängnishallen ein paar Quadratmeter für sich zu markieren. Die hygienischen Verhältnisse sind unvorstellbar. Die Kinder schlafen dort und sind sich tagsüber auf der Straße selbst überlassen.

Wenn wieder eine Familie mit Kindern in einem der Gefängnisse der Stadt eingetroffen ist, holt das Ehepaar Sadura die betroffenen Mädchen und Jungen so schnell wie möglich in Abstimmung mit den Eltern aus den verdreckten Gefängniszellen heraus. Im Kinderdorf und der zur Einrichtung gehörenden benachbarten Schule finden die Kinder dann ein neues Zuhause.

Hier gibt es Schwestern und Mitarbeiter, die sich fürsorglich um ihre Schützlinge kümmern. Die Mädchen und Jungen leben in verschiedenen Häusern in Wohngruppen von etwa 20 bis 25 Kindern. Morgens gehen sie zur Schule, die alle Abschlüsse bis zum Abitur anbietet und auch von zahlreichen Kindern der benachbarten Wohngebiete besucht wird. Und nachmittags gibt es gemeinsame Freizeitaktivitäten. Erschreckend ist, dass es Kinder gibt, die auch nach der Haftentlassung ihrer Eltern nicht abgeholt werden. Obwohl sich die Mitarbeiter der Aldea intensiv darum bemühen, den Kontakt während der Haft zu erhalten. Hier wird daher noch an neuen und weiteren Formen der Familienzusammenführung gearbeitet.

Um auch künftig Kinder und Jugendliche vor der Unterbringung in Gefängnissen und dem Leben auf der Straße zu bewahren, werden noch dringend weitere Förderer gesucht. Man kann auch Projektpate werden. Denn diese große Einrichtung finanziert sich fast ausschließlich aus Spendengeldern.

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