Mosambik

Am 29. Januar 2012 hieß Generaloberin Sr. Aloisia Höing die ersten mosambikanischen Schwestern in der Ordensgemeinschaft willkommen. (Foto: Achim Pohl)

Am 29. Januar 2012 hieß Generaloberin Sr. Aloisia Höing die ersten mosambikanischen Schwestern in der Ordensgemeinschaft willkommen. (Foto: Achim Pohl)

Mädchen auf dem Weg zur Schule. (Foto: SMMP/Achim Pohl)

Mädchen auf dem Weg zur Schule. (Foto: SMMP/Achim Pohl)

Die Bernhard-Bosch-Stiftung, Gronau, hat den Bau von Haus Martha finanziert, das rund 20 Schulmädchen als Wohnheim dient. Die Stiftung kommt auch für den Unterhalt der Mädchen auf, die so die Möglichkeit haben, eine weiterführende Schule zu besuchen.

Auch die Schülerbibliothek von Metarica – die einzige in weitem Umkreis – wurde von der Bernhard-Bosch-Stiftung komplett ausgestattet.

Zurzeit finanziert die Stiftung den Bau einer neuen Vorschule für 150 Kinder.

Ein Konvent mit Schule und Kindergarten

Seit 1998 engagieren sich die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel in Mosambik. Was als missionarische Mitarbeit in einem gemeinsamen Projekt der Kirchen aus Brasilien und Mosambik in dem Ort Nipepe begonnen hat, hat sich in der Region Metarica inzwischen zu einem eigenständigen und sehr entwicklungsfähigen neuem Standbein der Ordensgemeinschaft entwickelt. 2008 wurde ein neues Wohnhaus für junge Frauen eröffnet, die auf diese Weise die Möglichkeit bekommen, regelmäßig die Schule zu besuchen. Nicht wenige von ihnen erwägen auch einen Beitritt zu der Ordensgemeinschaft. Derzeit gibt es zehn Aspirantinnen, von denen die jüngsten allerdings erst 13 Jahre alt sind. Und jetzt wurde mit Hilfe der Schwestern sogar der Grundstein für eine eigene Pfarrkirche gelegt.

Auf dem Weg zur Gemeinschaftsarbeit: Einmal wöchentlich arbeiten die Familien, die in Metarica, Mosambik, durch das Patenschaftsprogramm der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel unterstützt werden, auf dem Feld der Kongregation. Den Ertrag ihrer Arbeit teilen sie entweder untereinander auf oder geben ihn an andere Bedürftige weiter. (Foto: Achim Pohl)

Auf dem Weg zur Gemeinschaftsarbeit: Einmal wöchentlich arbeiten die Familien, die in Metarica, Mosambik, durch das Patenschaftsprogramm der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel unterstützt werden, auf dem Feld der Kongregation. Den Ertrag ihrer Arbeit teilen sie entweder untereinander auf oder geben ihn an andere Bedürftige weiter. (Foto: Achim Pohl)

Schwester Leila de Souza e Silva, die das Projekt verantwortlich betreut, hat sich im Frühjahr von den Fortschritten selbst überzeugt: „Nach so viel Einsatz und Jahren des Wartens war die Grundsteinlegung zu der Kirche im Mai wirklich ein sehr verdientes Ostergeschenk für alle.“ Möglich geworden war der Bau auch dank des Einsatzes der Laienmissionarin Inês Berns. Einen Teil der finanziellen Mittel hatte das Missionswerk „Missio“ zur Verfügung gestellt.

Geschichtliche Verbindung

Ausgegangen war das Engagement in dem afrikanischen Land von der brasilianischen Provinz. Geschichtlich sind die beiden Länder miteinander verbunden: Die Brasilianer hatten während der Kolonialzeit zahlreiche Sklaven aus Mosambik in ihr Land geholt. Deshalb ist auch ein Großteil der Bevölkerung des südamerikanischen Staates schwarz.

Die brasilianischen Bischöfe regten in der jüngeren Vergangenheit die Gründung und Unterstützung von Hilfsprojekten an. So auch das Projekt in Nipepe. „Nachdem die Zeit dort abgelaufen war, lud uns der Bischof der Diözese ein, um zu fragen, ob wir uns nicht woanders engagieren wollen“, erinnert sich Schwester Leila noch sehr genau. Sie war damals Provinzoberin der brasilianischen Provinz. „Und so sind wir nach Metarica gekommen“, fügt sie hinzu. Bereits im März/April 2008 berichteten wir über uns von den vielen Hoffnungszeichen in dieser Region. Damals erklärte Schwester Leila: „Die Menschen entwickeln Perspektiven. Hier lässt sich wirklich etwas aufbauen.“

Spendenkonto
Empfänger: Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel
Konto 100 300
Darlehnskasse im Bistum Münster
Bankleitzahl: 400 602 65
Stichwort: Mosambik

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung.

Ihre Ansprechpartnerin in der Missionszentrale der SMMP ist:
Schwester Klara Maria Breuer
Tel.: 02904-808 103
missionszentrale(at)smmp.de

Seitdem hat sich viel getan. Zurzeit leben vier Schwestern in dem Konvent: Sr. Fátima Sehnem, Sr. Conceicao de Maria Gomes de Souza, Sr. Maria Ana Soares de Souza und Sr. Lorena Meurer. Inzwischen hat sich im Ort auch eine Placidagemeinschaft gegründet, die die Ordensfrauen unterstützt. Ihr gehören mittlerweile rund 30 Männer und Frauen an. Sie lassen sich von den Schwestern spirituell begleiten, helfen aber auch bei vielen Projekten mit. Die Zusammengehörigkeit dieser Gruppe verdeutlicht eine eigene Tracht. Schwester Aloisia Höing berichtete nach ihrer Hospitation im Sommer 2008: „Dies ist eine Entwicklung, die uns sehr berührt“.

Strukturell und baulich gibt es ebenfalls wichtige Fortschritte. Mittlerweile hat die Kommunität ein eigenes Haus in der Bezirksstadt Cuamba. Das dient den Schwestern als Quartier, wenn sie hier mit den Behörden verhandeln müssen, Anträge stellen oder Besorgungen machen. „Logistisch ist das ein großer Vorteil“, sagt Schwester Leila.

In Metarica selbst wurde 2008 mit tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung und der Placidagemeinschaft ein Wohnhaus für zwölf junge Frauen errichtet. Finanzielle Unterstützung leisten zahlreiche Paten und Spender aus Deutschland. Nachdem sich dem Konvent im November 2007 die ersten vier Mädchen anschlossen, wohnen dort mittlerweile zwölf Aspirantinnen. Wichtig ist den Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, dass diese jungen Frauen zunächst eine Ausbildung machen, um auf eigenen Beinen zu stehen. In Mosambik gelten Mädchen mit zehn Jahren schon als erwachsen. Dann sollen sie heiraten. „Das bedeutet in der Vorstellung dieser Kultur das vollkommene Glück. Wir müssen lernen, uns da hineinzudenken“, erklärt Schwester Leila.

Pastoralarbeit in 40 Gemeinden

Kinder in Metarica, Mosambik

Den Kindern Bildung vermitteln – das ist die wichtigste Aufgabe in Metarica. Foto: SMMP

Die Betreuung der Anwärterinnen und Postulantinnen ist zum festen Bestandteil der pastoralen und seelsorgerischen Tätigkeit in Metarica geworden. Die Schwestern sind für die Pastoral des gesamten Pfarrverbundes verantwortlich. Dazu gehören 40 Gemeinden, von denen die weiteste 70 Kilometer entfernt ist. Laien sorgen in Mosambik viel stärker für das Gemeindeleben als in Deutschland. Ein Priester ist höchstens alle zwei Wochen vor Ort. Zu den Aufgaben des Konventes gehören auch die Betreuung von Familien in einem weiten Umkreis, die Katechese und der Religionsunterricht, ebenso die Unterstützung einer Krankenstation oder der Bau von Brunnen. Schließlich spielen auch Aufklärung und Gesundheitsfürsorge eine wichtige Rolle. Malaria und AIDS stellen dabei die größten Herausforderungen dar.

Seit mehreren Jahren betreiben die Schwestern in einem ehemaligen Pfarrhaus auch den Kindergarten „Escolinha Julia Postel“, den 90 drei- bis sechsjährige Jungen und Mädchen besuchen. Das Geld für die Bezahlung der Mitarbeiterinnen, die Verpflegung der Kinder und alle Materialien müsste die Gemeinschaft selbst aufbringen. Wir sind sehr dankbar, dass die Bernhard-Bosch-Stiftung uns hier nachhaltig unterstützt.

Mit großem Interesse verfolgt Schwester Leila die Treue und Begeisterung der zwölf Aspirantinnen. In ihrem jüngsten Reisebericht hält sie fest: „Das bringt viel Freude und Hoffnung mit sich, aber auch eine große Herausforderung und dauernde Sorgen.“ Zwei der älteren Aspirantinnen seien sehr zufrieden und offen mitzuhelfen, wo es nötig ist, um die Verpflichtungen der übrigen soweit es geht zu erleichtern. Die Aktivitäten des Alltags und die Handarbeiten mit den jungen Frauen fügen sich immer besser ineinander. Zudem zeige die Behandlung mit Säften und mit Nährstoff-angereichertem Mehl viel Erfolg: vor allem bei den Müttern der Patenfamilien und der Placidagemeinschaft.

So führt das Projekt in Metarica längst schon ein Eigenleben. Und es ist im Ort integriert. Der Bau der Kirche zeigt dies in besonders anschaulicher Weise. Auf die Zukunft dürfen die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel in diesem Land also besonders gespannt sein.

Am 29. Januar 2012 legten die ersten beiden Mosambikanerinnen in Metarica ihre erste Profess ab.

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SMMP