Rumänien

Durch die Baufinanzierung und den monatlichen Unterhalt eines der beiden Häuser des Kinderheims in Schineni hat die Bernhard-Bosch-Stiftung, Gronau, dieses Projekt erst ermöglicht. Mit dem Kauf des Grundstücks für das Haus der Zukunft, Schülerstipendien, der Finanzierung der täglichen Essensausgabe und der Schulaufgabenhilfe im Sozialen Zentrum und mehreren Familienpatenschaften trägt die Stiftung entscheidend zu unserem Engagement in Rumänien bei.

Im August 1998 haben wir beschlossen, uns der Sorgen und Nöte der Straßenkinder in Rumänien anzunehmen und dort eigene Projekte aufzubauen. Nach der Mitarbeit in Projekten in Aricestii wurde im August 2000 in Schineni ein eigener Standort aufgebaut und Schritt für Schritt mit seinen Angeboten ausgebaut.

Das rumänische Dort Schineni gehört zur politischen Gemeinde Saucesti (4 165 Einwohner), zu der auch die Dörfer Siretu, Serbesti, Saucesti und Bogdan-Voda zählen. Die Gemeinde befindet sich nahe der moldawischen Grenze, rund 20 Kilometer von der Bezirksstadt Bacau entfernt und liegt in einem Tal umgeben von den Flüssen Siret und Bistrita.

Rumänien – ein Land im Umbruch

Um das Leben und die Situation der Menschen und besonders der Kinder in Schineni und seiner Nachbardörfer zu begreifen, ist ein Blick auf ganz Rumänien notwendig: 1996 lebten offiziell vier Millionen Menschen in absoluter Armut, also knapp ein Fünftel der Bevölkerung. 1997 waren es bereits sieben Millionen. Jedes fünfte Kind in Rumänien wird unehelich geboren; stabile Lebensverhältnisse gibt es kaum. Die Zahl der Mütter mit schwachem Bildungsniveau betrug 1998 annähernd 60 Prozent. Arbeitslosigkeit trifft vor allem Frauen und Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren. 1998 waren 45 Prozent der rumänischen Jugendlichen als arbeitslos gemeldet.

Eine Unicef-Studie schätzte die Zahl der rumänischen Straßenkinder Ende 2000 auf rund 8 000. Viele leben dauernd auf der Straße und haben jeglichen Kontakt zu ihren Familien verloren. Sie müssen betteln und stehlen, um zu überleben. Besonders schlimm wird es, wenn im Winter über die rumänischen Städte und Dörfer der eisige Winter hereinbricht. Einige Kinder gehen zeitweilig nach Hause, doch wer von den eigenen Eltern geschlagen wird, rennt wieder weg. Viele Kinder werden auch von ihren Eltern auf die Straße geschickt, denn immer mehr rumänische Familien leben am Existenzminimum. Diese Kinder müssen betteln oder sie waschen an Straßenkreuzungen die Windschutzscheiben von Autos. Und manche schlagen sich als Kriminelle durch. Man nennt sich auch die „Sozialwaisen“.

Seit dem 1. Januar 2007 gehört Rumänien der Europäischen Union an. Die soziale Lage der Mehrheit der Bevölkerung ist jedoch weiterhin besorgniserregend, obwohl es punktuell in verschiedenen Bereichen Verbesserungen gibt. So sind zum Beispiel die Löhne ganz leicht gestiegen. Das Durchschnittseinkommen betrug im Oktober 2007 rund 290 Euro monatlich im Vergleich zu 230 Euro ein Jahr vor dem EU-Beitritt. Eine rumänische Familie erhält pro Kind derzeit monatlich 8,50 Euro Familienbeihilfe, die Sozialhilfe beträgt rund 26 Euro im Monat für eine Person und 95 Euro für eine fünfköpfige Familie. Die Lebenshaltungskosten sind jedoch nach einem Bericht der Caritas Rumäniens gleichzeitig stark angestiegen, so kosten z.B. zwei Drittel der Lebensmittel mehr als im EU-Durchschnitt.

Vor allem die ländliche Bevölkerung – und das sind 45 Prozent aller Rumänen – ist von Armut betroffen. 40 Prozent der Menschen auf dem Land leben unter der Armutsgrenze. Ihr Einkommen reicht nicht aus, um zum Beispiel Heizmittel zu bezahlen. An positiven Entwicklungen ist zu beobachten, dass sich die Regierung zunehmend bemüht, soziale Dienste aufzubauen. Das Budget für Gesundheit und Soziales wurde um 30 Prozent aufgestockt.

Vor allem die Situation von Kindern in Rumänien ist in manchen Teilen nach wie vor erschreckend. Rumänien ist in der EU das Land mit der höchsten Kindersterblichkeit. Auch das Thema Straßenkinder ist nach wie vor aktuell: Laut Schätzungen – offizielle Daten gibt es keine – leben in der rumänischen Hauptstadt Bukarest über 1 000 Kinder auf der Straße. Heute wird die Zahl der Straßenkinder in Rumänien immer noch auf 2 000 bis 9 000 geschätzt.

Diese Entwicklung hat auch vor dem Dorf Schineni und seiner Umgebung nicht halt gemacht. So ähnelt die Situation Schinenis der vieler anderer Städte, Dörfer und Regionen Rumäniens: Verwahrloste Kinder auf den Straßen, hohe Arbeitslosigkeit, Familien die am Existenzminimum leben, Anwachsen der Kriminalitätsrate (besonders Gewaltdelikte Kindern und Frauen gegenüber), Anwachsen der Anzahl behinderter und pflegebedürftiger Menschen und vieles mehr.

Wir brauchen Ihre Hilfe

Unsere sozial-caritativen Projekte in Rumänien sind auf Spenden angewiesen. Ihre Spende – entweder für alle Projekte zusammen oder ein einzelnes – hilft uns helfen.





Ab einer Spende von 200 Euro erhalten Sie von uns auto­mat­isch eine Spenden­quittung. Für niedrigere Beträge reicht Ihr Konto­auszug zur Vorlage beim Finanz­amt.
Ihre IP-Adresse wird aufgezeichnet. Unberechtigte Transaktionen zum Schaden Dritter werden angezeigt.

Diese Seite weiterempfehlen: