
Etwa zwei Kilometer vom Schwesternhaus im rumänischen Schineni entfernt haben wir im Jahr 2000 ein Kinderheim gebaut und seitdem konzeptionell weiterentwickelt. Heute besteht die Einrichtung aus einem kleinen Haus, das Platz acht Kinder und Jugendliche bietet. Hier finden verlassene oder verwaiste Kinder ein neues Zuhause, vielleicht sogar eine neue Familie.
Geleitet wird die Einrichtung von Eduard Petrea. Der rumänische Pädagoge wird unterstützt durch Erzieherinnen und Erzieher sowie einer Hauswirtschafterin. Auch gibt es dort einen Einsatzplatz für den Internationalen Freiwilligendienst „Mitleben auf Zeit“. Da die meisten Kinder und Jugendlichen bereits schreckliche Erfahrungen in ihrem Leben gemacht haben, beschäftigen wir auch eine Psychologin, die versucht, diese Traumata zusammen mit den ihnen aufzuarbeiten.
Die älteren Jugendlichen nehmen die Neuen auf und helfen mit, sie in das Leben der Einrichtung zu integrieren. Die Kinder besuchen vom Kinderheim aus die Schule oder den Kindergarten im Dorf und lernen im Zusammenleben familienähnliche Wohn- und Lebensverhältnisse kennen. Später gehen sie in die weiterführenden Schulen in Bacau oder machen eine Berufsausbildung in der Region. Es wird aber auch Wert darauf gelegt, den Kontakt zu den Ursprungsfamilien zu erhalten oder neu zu suchen. Nicht immer gelingt das.

(Foto: Achim Pohl)
Im Kinderheim lernen die Jugendlichen, Kleintiere (z. B. Hühner, Puten und Kaninchen) zu versorgen, Mitverantwortung für die Gruppe zu übernehmen und sich in dem zum Haus gehörenden Garten zu betätigen. Besonders wichtig ist uns die Werteerziehung. Denn den meisten Kindern wurden vorher keine Werte vermittelt. Deshalb wird zum Beispiel in Hausgesprächen das Zusammenleben besprochen. Hier kann jeder seine Meinung sagen, muss dem anderen zuhören und auch für Fehler einstehen und Verantwortung übernehmen.
Die laufenden Kosten des Kinderheimes müssen mit wenigen Ausnahmen neben den Zuschüssen der politischen Gemeinde und dem Kreis vor allem aus Spendengeldern finanziert werden. Die öffentlichen Gelder reichen bei Weitem nicht aus, um eine entsprechende Förderung und Erziehung der Kinder sicherzustellen. So werden monatlich rund 12.000 Euro zur Unterhaltung des Kinderheimes benötigt. Deswegen sind die Schwestern für jede Einzelspende oder Projektpatenschaft dankbar
Ihre Ansprechpartner in der Missionszentrale: Dr. Ulrich Bock, Tel.: 02904 808-106, u.bock(at)smmp.de







