Beim Frühstück höre ich gerne WDR 5 Morgenecho. Vor den Nachrichten gab es vor einigen Tagen einen Hinweis auf den Beitrag „Schmelzen der Gletscher“ in der Sendung Quarks: Wissenschaft und mehr. Die Gletscherschmelze gilt als Folge der Klimaveränderungen. Wie auch die Sturzflut in Nepal, die bei uns einige Tage hindurch die Nachrichten dominierte. Waldbrände in der Eifel, Hitzewellen, Trockenheit und Niedrigwasser füllten in diesem Sommer die Medienberichte. Dabei kommt immer wieder auch die Frage nach dem von Menschen verursachten Klimawandel auf sowie nach der Notwendigkeit, dem entgegenzusteuern.

In diesen Diskurs fällt die ökumenische „Schöpfungszeit“ vom 1. September bis zum 4. Oktober jeden Jahres. Papst Franziskus führte den Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September im Jahr 2015 ein. Er griff damit eine orthodoxe Tradition auf, die einen solchen Gebetstag bereits seit 1989 kennt. Seit 2010 gibt es den Ökumenischen Tag der Schöpfung am 4. September, ausgerichtet von der Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen in Deutschland. Die Stimmen der christlichen Kirchen sind eindringlich. Bartholomaios I., ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, hält in seinem Hirtenbrief zum diesjährigen Gebetstag fest: „Der Mensch muss endlich aufhören zu handeln, als wüsste er von nichts, und sich endgültig von der Illusion verabschieden, der Planet Erde könnte die vom Menschen verursachten Belastungen und Zerstörungen unbegrenzt verkraften oder die Natur besitze die Kraft, sich aus sich selbst heraus stets zu erneuern. Das Ethos der Verantwortung für den Schutz der natürlichen Umwelt muss sich auf globaler, nationaler, lokaler und persönlicher Ebene verwirklichen“.
Die Botschaft von Papst Leo XIV. zum 11. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung trägt das Motto „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern.“ (Jesaja 2,4) Erneut ruft Papst Leo eindringlich zum Frieden auf. Deutlich benennt er die Folgen von Kriegen für die Lebensräume von Menschen und Tieren. Angesichts der ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen des Klimawandels sieht Leo XIV. Konsequenzen für unser Handeln auch beim Umgang mit KI. „Der große Bedarf an Wasser sorgt heute bereits in vielen Regionen der Welt für Konflikte“, mahnt er. Ich denke an meine Morgennachrichten. Auch sie brachten die steigende Zahl an geplanten Rechenzentren mit deren hohem Wasserbedarf in Verbindung.

Wie können wir die diesjährige Schöpfungszeit angesichts der vielfältigen Facetten der Klimaveränderungen und des vielfachen Leids durch Naturkatastrophen begehen? Lassen wir sie nicht einfach verstreichen, diese knapp fünf Wochen, vom 1. September bis 4. Oktober. Reihen wir uns ein in das Gebet um Bewahrung der Schöpfung. Erneuern wir Haltungen der Dankbarkeit und des Bewusstseins für die Erde als Gemeinsames Haus. Pflegen wir in unserem Umfeld Achtsamkeit, im Umgang miteinander und mit Ressourcen. Erzählen wir einander von guten Initiativen. Bedeutsame Veränderungen beginnen oft im Kleinen. „Die Zeit zu beginnen ist jetzt. Der Ort für den Anfang ist hier. Hier und jetzt will die Verheißung sprechen, hier und jetzt den Teufelskreis durchbrechen, hier und jetzt.“
Schwester Klara Maria Breuer
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