
Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel gestalteten Angebote beim Katholikentag in Würzburg mit
„Seien Sie herzlich willkommen. Hier ist das Ökumenische Kloster!“ Mit Programmheften in der Hand begrüßt Schwester Maria Thoma Dikow Gäste während des Katholikentages am Pfortenpavillon auf dem Gelände der Erlöserschwestern in der Würzburger City. Zu diesem Programm gehören die Angebote im Skriptorium: Kalligraphische Schriftstücke zu erstellen und Kerzen zu gestalten. Ein anderes sind die Gesprächsmöglichkeiten bei einer Tasse Kaffee oder Tee mit Ordensleuten im Refektorium.
Hier waren insgesamt sieben Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel beim Katholikentag in Würzburg im Einsatz – und kamen mit vielen Menschen ins Gespräch.
Am Samstagmittag sagt Schwester Laetitia Müller zufrieden: „Hier Skriptorium ist immer was los. Am Mittag hatten wir vielleicht mal zehn Minuten Pause.“ 250 Kerzen hatte sie mit nach Würzburg gebracht. Und einige Rollen Butterbrotpapier, unter dem die auf Seidenpapier gemalten Motive mit heißer Luft aufgeföhnt werden. Manche nehmen das vorbereitete Motiv mit dem Katholikentagsmotto: „Hab‘ Mut, steh auf!“ Andere – wie das Geschwisterpaar Antonia und Julius aus Bonn – wählen als anspruchsvolle Vorlage ein Bild von Vincent Van Gogh.
Gerne nehmen Eltern mit ihren Kindern oder Großeltern mit ihren Enkeln das Angebot wahr. Als Schwester Maria Thoma am Samstagmittag Familien auf dem Gelände begrüßt, weist sie sie an dem zentralen Pavillon direkt darauf hin.
„Sind Sie Erlöserschwestern?“
„Sind Sie denn auch Erlöserschwestern?“ wird Schwester Julia Maria Handke von einer Frau im Skriptorium gefragt. Und sie erwidert: „Nein, wir gehören zu den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel. Wir kommen aus dem Eichsfeld in Heiligenstadt und aus Bestwig im Sauerland.“ Und schon ergibt sich ein Gespräch: Was die Ordensgemeinschaft denn tut? Seit wann es sie gibt?
Auch Birgit Hohm ist mit ihren Kindern im Skriptorium. Die beim Bistum Würzburg angestellte Betriebsseelsorgerin weiß: „Das Kloster hier wurde den Erlöserschwestern irgendwann zu groß. Auch das benachbarte Krankenhaus, in dem viele Würzburger geboren wurden, habe sie inzwischen abgegeben. Aber sie wollen, dass ihre Spiritualität nicht mit ihnen stirbt, sondern weiterlebt.“ Aus diesem Grund hätten sie das Gelände geöffnet. Inzwischen fänden hier viele Veranstaltungen statt. „Beim Mozartfest ist dieses Klostergelände zum Beispiel immer eingebunden“, so die Seelsorgerin. „Und auch mit dem Café Mares haben sie einen neuen Begegnungsort geschaffen. Viele Würzburger nutzen hier den Mittagstisch.“
„Atmosphäre ist locker und freundlich“
Schwester Julia Maria hört interessiert zu, denn ähnliche Wege geht auch ihre Ordensgemeinschaft, wenn sie die Leitung ihrer Einrichtungen in weltliche Hände übergibt oder Teile der Klöster in Bestwig und Heiligenstadt an andere Träger vermietet. Und sie sucht Wege, ihre Spiritualität vor allem auch an ihre fast 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzugeben.
Anregende Gespräche ergeben sich ebenso im Refektorium direkt neben dem Café Mares. Hier sitzen Schwester Maria Manuela Gockel und Schwester Ruth Stengel um kurz nach eins mit einem Ehepaar an einem Tisch. „Die Atmosphäre ist locker und immer freundlich“, sagt Schwester Maria Manuela. Schwester Ruth freut sich erst einmal auf einen Kaffee: Sie war bis gerade noch beim Straßendienst eingeteilt und hat in den Straßen vor dem Klostereingang Prospekte verteilt.
Werbung ist wichtig. Und die zog: Insgesamt werden an den drei Tagen von Donnerstagmorgen bis Samstagabend mehrere tausend Menschen auf dem Gelände gewesen sein, auf dem katholische und evangelische Ordensgemeinschaften gemeinsam zwölf Talkrunden durchgeführt und Gebetszeiten sowie Dauerangebote wie das Skriptorium oder den Raum der Stille gestaltet haben.
„Das Angebot gab es ja schon bei den Katholikentagen in Stuttgart und Erfurt. Es hat sich sehr bewährt“, sagt Schwester Maria Thoma. Die Generaloberin, die auch stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) ist, zieht ein positives Resümee des Katholikentages in Würzburg: „Ich selbst bin vielen interessanten Menschen begegnet. Das begann schon bei der Anreise, als wir dem früheren Paderborner Oberbürgermeister Heinz Paus ins Gespräch kamen.“ Auch lobt sie die politische und kirchenpolitische Ausrichtung der Podien: „Es war zum Beispiel spannend zu hören, wie mutig der Essener Weihbischof Ludger Schepers sich zum Thema der Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche äußerte.“ Die ist für Schepers ein Reformthema, das über die Zukunftsfähigkeit des Katholizismus entscheide.
„Katholikentag wurde gut angenommen“
Spannende Foren gab es auch zu den Fragen, wie der synodale Prozess in der Kirche weitergeht, wie politisch Kirche sein muss und welche Angebote eine kleiner werdende Kirche in einem zunehmend säkuliarisierten Land weiterhin machen kann.
Schwester Maria Thoma selbst war schon am Donnerstag vom ZDF besucht worden, als sie gerade mit einigen jungen Katholikentagsbesucherinnen ins Gespräch kam. Das Fernsehteam hatte diese jungen Frauen während der Veranstaltungstage begleitet. Die Dokumentation steht ab Montag in der Mediathek.

„Mein Eindruck ist, dass der Katholikentag gut angenommen wurde. Auch von jungen Menschen“, sagt Schwester Maria Thoma. Das nimmt sie mit ihren Mitschwestern als Ermutigung mit nach Hause. Auch für den nächsten Katholikentag: Der findet vom 24. bis zum 28. Mai 2028 im Erzbistum Paderborn statt, das zu den beiden Heimatbistümern der Ordensgemeinschaft zählt. Sicher werden die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel dann wieder im Einsatz sein.















