
Zwei Sichtweisen – ein besonderes Wochenende
Fast 1000 Fahrerinnen und Fahrer, unzählige Teams, eine anspruchsvolle Strecke – und mittendrin Dani Korsch in einem 4er-Mixed-Team gemeinsam und Schwester Hanna mit ihrem mobilen Kloster. Das 24-h-Rennen am Alfsee war weit mehr als nur ein sportlicher Wettkampf. Es war ein Wochenende voller Begegnungen, Grenzerfahrungen und echter Gemeinschaft.
Ankommen zwischen Aufregung und Vorfreude
Schon bei der Ankunft wurde deutlich: Dieses Event ist riesig. Überall wurden Zelte aufgebaut, Fahrräder vorbereitet und letzte Handgriffe erledigt. Während sich das 4er-Mixed-Team langsam auf das Rennen einstimmte, bezog Schwester Hanna bereits am Freitagmittag ihren Platz mit dem mobilen Kloster und baute ihren Pavillon auf. Viel Zeit für Gespräche blieb zunächst nicht – die meisten waren noch mit Ankommen und Organisieren beschäftigt.

Zwischen Rennfieber und mobilem Kloster
Am Samstagmorgen wurde es dann lebendig. Für die Fahrer begann der Wettkampfmodus, während Schwester Hanna auf ein Filmteam und einen Fotografen der NOZ wartete. Mit einem Leihbike von BOC und sogar eigener Startnummer machte sie sich kurz selbst auf den Weg Richtung Alfsee. Auf den eigentlichen Trail ging es allerdings nicht. „Daniel, einer der Veranstalter, hatte mir zwar ein Bike organisiert, aber im Wald unterwegs zu sein, ist einfach nicht so meins“, erzählt sie lachend.

Für das Fahrer-Team war von Anfang an klar: Sie wollten gemeinsam durchhalten und das Rennen komplett absolvieren. Einige hatten gezielt trainiert, andere eher weniger. Doch schnell merkten sie, wie stark die Konkurrenz unterwegs war. Während bei den Vieren die Oberschenkel bereits brannten, rauschten andere Fahrer scheinbar mühelos an ihnen vorbei. Anstiege, die sie sich hart erkämpften, wurden von manchen im Wiegetritt mit beeindruckender Leichtigkeit genommen.

Waffeln, Gespräche und echte Begegnungen
Doch genau wie auf der Strecke entwickelte sich auch am mobilen Kloster schnell eine besondere Dynamik. Immer mehr Menschen blieben stehen, kamen ins Gespräch oder spielten spontan eine Runde Tischtennis. Besonders die selbst gebackenen Waffeln wurden dabei zur perfekten Gesprächsbrücke. Einige konnten kaum glauben, dass diese einfach verschenkt wurden, und wollten gern etwas spenden.
Auch die Gespräche selbst hinterließen Eindruck. Immer wieder ging es um das Ordensleben, um Kirche und darum, wie wichtig Begegnungen sind. Besonders positiv wurde aufgenommen, dass Kirche bewusst dorthin geht, wo Menschen sind. Eine Person sagte sogar: „Das ist der einzig richtige Weg für Kirche und Kloster.“
Kilometer, Müdigkeit und Teamgeist
Währenddessen kämpfte sich das Team weiter über die rund zwölf Kilometer lange Strecke. Die abwechslungsreiche Runde führte durch enge Waldpassagen, schnelle Deichabschnitte und anspruchsvolle technische Stücke. Jeder Abschnitt hatte seinen eigenen Charakter – und jeder Fahrer seine ganz persönlichen Momente des Kampfes.
Die größte Herausforderung kam jedoch mit der nass-kalten Nacht. Müdigkeit, schmerzende Beine und sinkende Motivation machten sich bemerkbar. Doch gerade dort zeigte sich Teamgeist. Sie hielten zusammen, unterstützten sich gegenseitig und zogen an einem Strang. Dank der Strategie konnte jeder zwischendurch etwas schlafen und Kräfte sammeln, bevor es wieder auf die Strecke ging.

Kirche mitten unter den Menschen
Auch rund um den Bulli von Schwester Hanna wurde die Atmosphäre über das Wochenende hinweg immer intensiver. Vor allem am Sonntag ergaben sich viele längere Begegnungen. Ein Besucher erzählte begeistert, dass er bereits am Samstag gerne mit ihr gesprochen hätte – doch rund um den Stand sei immer etwas los gewesen. Erst jetzt habe sich die Gelegenheit ergeben.
Genau diese Mischung machte das Wochenende so besonders: sportliche Herausforderungen auf der Strecke und echte Begegnungen daneben. Während auf dem Rundkurs geschwitzt, gekämpft und durchgehalten wurde, entstanden am mobilen Kloster Gespräche über Glauben, Gemeinschaft und das Leben.

Ein Wochenende, das bleibt
Beeindruckend war dabei auch die Stimmung auf dem gesamten Gelände. Trotz sportlichem Ehrgeiz blieb die Atmosphäre jederzeit offen und herzlich. Ob auf der Strecke, in der Wechselzone oder am Pavillon – überall begegnete man hilfsbereiten und interessierten Menschen.
Ein großer Dank gilt deshalb nicht nur den Veranstaltern und den vielen Helferinnen und Helfern, sondern auch allen Menschen, die dieses Wochenende durch ihre Offenheit, ihren Einsatz und ihre Gemeinschaft geprägt haben.
Das 24-h-Rennen am Alfsee bleibt ein unvergessliches Erlebnis – nicht wegen einer Platzierung oder Bestzeit, sondern wegen all der Begegnungen und der Erfahrung, gemeinsam Herausforderungen zu meistern – auf und neben der Strecke.


