La Paz: Stadt der Kontraste

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La Paz ist eine Stadt der Kontraste. Das Zentrum der höchstgelegenen Millionenstadt der Welt mit seinen modernen Bürohochhäusern liegt auf rund 3650 Metern Höhe. Wer es sich leisten kann, residiert weiter talwärts im milderen Klima. Die Ärmeren leben höher: Allein in der Vorstadt El Alto auf etwa 4000 Meter Höhe sind es inzwischen 400.000. Hier ist es zehn Grad kühler als in der „Unterstadt“ und die eisigen Winde des Altiplano aus der Andenhochebene blasen einem zudem um die Ohren. Aber Landflucht und Bevölkerungsexplosion lassen auch diesen Ort immer weiter wachsen. Zunehmende Obdachlosigkeit und Kriminalität sind die Folge.

Der Kindergarten „Beata Placida“: Kinderlachen und Kinderträume

Unsere Schützling im Kindergarten Beata Placida. (Foto: SMMP)

Unsere Schützling im Kindergarten Beata Placida.

Tagsüber wird das Konventgebäude der Schwestern in La Paz von 300 Kindern bevölkert. Seit über 50 Jahren betreibt unsere Ordensgemeinschaft in dem ehemaligen deutschen Krankenhaus im Zentrum der Stadt einen Kindergarten.

Vormittags kommen 230 Jungen und Mädchen. Dann werden die Vier- und Fünfjährigen auf sechs Gruppen aufgeteilt. Nachmittags suchen 75 weitere Kinder den Konvent auf. Sie werden in zwei Gruppen betreut.

Kinder gibt es in der übervölkerten Millionenstadt reichlich. Der Kindergarten richtet sich an alle Bevölkerungsschichten. Am Vormittag kommen aber vor allem Jungen und Mädchen aus wirtschaftlich eher besser gestellten Familien. Denn der Vormittagsbetrieb muss ohne staatliche Unterstützung auskommen – er wird von den Eltern finanziert.

Für die Nachmittagsgruppen gibt der Staat 25 Bolivianos (rund 3,60 Euro) pro Monat dazu. Nicht viel, aber immerhin etwas. So sind es in der zweiten Tageshälfte vor allem Kinder aus sehr armen Familien, die die Einrichtung besuchen. Um die Unterschiede nicht so deutlich zu machen, tragen alle Kinder eine Schuluniform.

Für die ärmeren Kinder halten die Schwestern kostenlos Milch und Brot bereit. Die zwei Ordensfrauen und ihre Mitarbeiterinnen wollen den Jungen und Mädchen zumindest zwei Jahre lang persönliche Wertschätzung entgegenbringen. Zugleich bereiten sie die Kinder mit der Einübung des Sozialverhaltens auf die Schule vor.

Mittlerweile kann der Kindergarten in La Paz ohne Spendengelder aus Deutschland betrieben werden.

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