
„Wir haben sofort ja gesagt, weil die Dorfgemeinschaft dahinter steht.“ So erinnerte sich Frank Pfeffer, Geschäftsführer der Seniorenhilfe SMMP, am Montagnachmittag an die erste Besprechung des Vorhabens vor zwei Jahren. Nun ist der Spatenstich gesetzt: Im Erwitter Stadtteil Horn-Millinghausen entsteht ein Seniorenquartier mit zwölf Plätzen in einer ambulant betreuten Wohngruppe und sechs barrierefreien Wohnungen.
Bauherr und Eigentümer ist der Geseker Bauunternehmer Dominik Weidlich. Den Pflege- und Betreuungsbetrieb übernimmt der Ambulante Dienst am Südertor aus Lippstadt, eine Einrichtung der Seniorenhilfe SMMP. Mit dabei waren auch Derya Schnathmann, Regionalleiterin Süd, und Andreas Wyrtki, Leiter des Ambulanten Dienstes am Südertor.
Aus der Politik kamen Ralf Linnebur, der den Bürgermeister der Stadt Erwitte vertrat, und Ortsvorsteher Martin Jöring. Für Linnebur ist der Bau auch eine Investition in die Lebensqualität älterer Menschen im Dorf. Jöring dankte in einer Ansprache Stadtverwaltung und Kommunalpolitik dafür, dass das Projekt zustande gekommen ist.
Zwölf Einzelzimmer und ein gemeinsamer Mittelpunkt
Jeder der zwölf Bewohner bekommt ein Einzelzimmer mit eigenem Bad. Der gemeinsame Wohn- und Essbereich bildet den Mittelpunkt der Wohngruppe. Dort wird gekocht, gebacken und gegessen. Dort können die Bewohner auch einfach den Tag miteinander verbringen.
„Das Besondere liegt in der Balance zwischen einem selbstbestimmten Leben und dem Erleben von Gemeinschaft“, brachte Pfeffer das Konzept auf den Punkt. Vor Ort unterstützt ein „Kümmerer“ – eine Person, die kocht, im Alltag ansprechbar ist und mit den Bewohnern den Tag organisiert.
KI erkennt Stürze und Hilferufe
Eine KI-gestützte Rufanlage erkennt rund um die Uhr Stürze und Hilferufe und alarmiert binnen Sekunden ein Bereitschaftstelefon. „Dadurch kann Hilfe im Bedarfsfall auch ohne die ständige Präsenz von Personal sichergestellt werden“, erklärte Schnathmann.
Die Seniorenhilfe SMMP hat die Technik zunächst in einer stationären Pflegeeinrichtung erprobt und zur Marktreife entwickelt. In einem Seniorenwohnprojekt in Geseke arbeiten die Sensoren bereits.
Nachts ist keine Personalpräsenz im Haus geplant. Tagsüber kommen Pflege- und Betreuungskräfte des Ambulanten Dienstes am Südertor stundenweise ins Haus.
Wohnen bezahlbar halten
„Das Konzept verfolgt ein klares Ziel“, so Pfeffer. „Wohnen in Gemeinschaft soll sicher und bezahlbar bleiben. Pflege braucht Menschen. Zugleich steigen die Kosten für Wohnen und Betreuung. Das neue Modell soll Personal gezielt einsetzen und Kosten senken, ohne auf Sicherheit zu verzichten.“
Die sechs barrierefreien Wohnungen in den Obergeschossen sind zwischen 58 und 102 Quadratmeter groß. Sie vermietet der Bauherr direkt. Auch deren Mieter können Leistungen des Ambulanten Dienstes am Südertor in Anspruch nehmen.
Die Fertigstellung ist für Herbst 2027 geplant.


