Stockholm im Winter ist dunkel. Es ist kalt. Und für Paula Pischeli ist es ein Sprung ins eigene Leben. Die 19-Jährige aus Meschede macht über Erasmus+ ein Praktikum in einer internationalen Preschool in Schweden.
Am Anfang war es hart. „Ich war das erste Mal ganz alleine, unfassbar weit weg von zu Hause, in einem fremden Land, in dem so viel anders ist“, sagt sie. Dann kamen Routinen. Und ein Alltag, den sie selbst organisiert. Eine neue Sprache. Eine andere Währung. „Die fremde Sprache sowie die andere Währung waren eine Herausforderung, die ich mittlerweile jedoch gut bewältigen kann.“ 
Paula arbeitet in der Krokodil Gruppe. Dort betreut sie drei bis vierjährige Kinder. Ihr Tag beginnt oft um 8 Uhr. Erst draußen auf dem Spielplatz. Dann wechseln die Kinder in ihre Gruppen. Es gibt Obst. Es gibt „Circle Time“. Die Preschool arbeitet nach dem IEYC. Das ist ein spielorientiertes Konzept, das Kinder durch Themen und Entdecken fördert. 
Sprachlich hilft ihr das Team. „In meinem Betrieb wird zweisprachig gearbeitet, hauptsächlich auf Englisch und Schwedisch.“ Mit den Kolleginnen klappt die Kommunikation. Mit den Kindern brauchte es Zeit. Inzwischen antworten viele auch auf Englisch. Und Paula sammelt jeden Tag neue schwedische Wörter. 
Überrascht hat sie die Mentalität im Alltag. „Selbst bei .18 Grad werden Kinder noch mit dem Fahrrad in die Preschool gebracht.“ Und sie erlebt viel Gastfreundschaft. Eine wichtige Stütze ist ihre Vermieterin Annika, die sie regelmäßig einlädt. Auch Begegnungen in der Stadt bleiben. Ein Barista, der sie morgens ermutigt, offener zu sein.
Vor allem aber nimmt Paula etwas über sich selbst mit. Sie habe gelernt, ihren Alltag zu organisieren. Sie fühle sich mutiger, selbstsicherer, unabhängiger. Und sie merkt, wie gut ihr die Arbeit mit Kindern tut, auch wenn sie sich langfristig eher in der Sozialen Arbeit sieht. 



