Dublin wird für Finja Fischer mehr als ein Praktikumsort. Es wird ein Stück Zukunft.
Die Absolventin des Berufskollegs Bergkloster Bestwig arbeitet derzeit mit dem Erasmus+ Programm der Europäischen Union in einem Montessori-Kindergarten in Irland. Dort betreut sie Kinder im Alter von einem bis drei Jahren. Sie hilft beim Morgenkreis, begleitet das Freispiel, unterstützt bei Mahlzeiten und beim Einschlafen. „Ich bastele viel mit den Kindern und darf auch bei der Planung der Aktivitäten mithelfen“, berichtet sie.
Für Finja ist der Aufenthalt ein bewusst gewähltes Gap-Year vor dem Studium. Sie wollte Neues wagen und ihre Komfortzone verlassen. In Dublin lebt sie in einer Wohngemeinschaft mit jungen Erwachsenen aus verschiedenen Ländern. „Ich hätte niemals damit gerechnet, dieses Leben mit so vielen unterschiedlichen Menschen so sehr lieben zu lernen.“
Arbeiten und wachsen
Der Kindergarten arbeitet nach dem Montessori-Konzept. Jeder Monat steht unter einem eigenen Thema. Formen und Farben strukturieren die Angebote. Der Tagesablauf ist klar gegliedert. Für Finja ist es die erste praktische Erfahrung in einer solchen Einrichtung.
Besonders beeindruckt sie die Offenheit der Menschen. Im Bus bedankt man sich laut beim Fahrer. Fremde grüßen auf dem Weg zur Arbeit. Auch im Team des Kindergartens wurde sie schnell aufgenommen. Schon nach zwei Wochen war sie zu einem gemeinsamen Teamnachmittag eingeladen.
Vertrauen in sich selbst
Der Aufenthalt fordert sie. Finja lebt mit einer chronischen Erkrankung. Vor der Abreise hatte sie Zweifel. Heute sagt sie: „Ich habe gelernt, dass ich mir davon nicht mein Leben wegnehmen lassen sollte.“ Sie komme besser mit Stress zurecht und finde Lösungen für Probleme.
Unterstützung erhält sie von der Partnerorganisation vor Ort, die bei Unterkunft, Praktikum und im Krankheitsfall hilft. Diese Sicherheit sei für sie „unglaublich wertvoll“.
Nach dem Praktikum möchte Finja Soziale Arbeit studieren. Die Arbeit mit Menschen habe sie darin bestärkt. „Ich bin mir nun sicherer, dass die Arbeit mit Menschen das ist, was ich mein Leben lang machen möchte.“
Derzeit sind sechs Lernende vom Berufskolleg Bergkloster für mehr als drei Monate in Europa unterwegs. Im gesamten SMMP-Verbung sind es 31.
Im Mai fahren gut 110 SchülerInnen aus Bestwig für drei bzw. vier Wochen im Rahmen ihres Pflichtpraktikums. In den Sommerferien werden, Stand jetzt, weitere 40 in freiwilligen Praktika unterwegs sein.
Seit Ende COVID bis einschl. 2025 sind um die 800 Lernende vom BKBB über Erasmus im Ausland gewesen. Im gesamten SMMP-Verbund waren es mehr als 1.600 seit dem Ende der Pandemie.



