
Mitten im vorweihnachtlichen Trubel war das Mobile Kloster am 20. und 21. Dezember auf dem Harsewinkelmarkt in Münster präsent. Nicht mit dem bekannten Bulli. Sondern in einer Ehrenamtshütte. Diese Hütten stehen gemeinnützigen Initiativen tageweise zur Verfügung. Ehrenamtliche lösen sich dabei ab. Genau dieses Modell machte unseren Einsatz im Stadtzentrum möglich.
Zwei Tage lang ging es um Begegnung. Um Gespräche. Um Präsenz. Viele Menschen blieben stehen. Manche nur kurz. Andere länger und intensiver. Die Fragen reichten von „Was ist das Mobile Kloster?“ und „Wofür steht ihr?“ bis hin zu sehr persönlichen Themen. Auch kirchliche und klösterliche Fragen spielten eine Rolle. Ebenso das Interesse an der Ordensgemeinschaft und an den Schwestern selbst.





Es gab auch andere Reaktionen. Einige Besucherinnen und Besucher wichen bewusst aus. Der Hinweis „Jesus und so“ auf Karten war ihnen zu viel. Auch das gehört dazu. Begegnung ist nicht immer Zustimmung. Und darf genau so sein.
Da es für Ehrenamtshütten untersagt ist, offene Speisen oder Getränke anzubieten, setzten wir auf andere Wege der Kontaktaufnahme. Weihnachtskarten, Flyer und weiteres Informationsmaterial der Holding gehörten dazu. Ebenso kleine Apfelchips und Duplos in Filzhüllen. Diese gaben wir gegen Spenden weiter. Nicht als Verkauf. Sondern als Einladung zum Gespräch.
Besonders die Duplohüllen sorgten für Aufmerksamkeit. Das Wort „Du“ blieb sichtbar. Der Rest der Marke verschwand in der Hülle. Aufgedruckt waren kurze Botschaften wie „bist mutig“, „schaffst das“ oder „bist das Leuchten in der Nacht“. Kleine Sätze. Große Wirkung. Viele Menschen lächelten. Manche blieben stehen. Manche erzählten.
Unterwegs waren Schwester Anna Maria Panjas, Schwester Klara Maria Breuer und Schwester Hanna. Tee bekamen wir vom offenen Treff an der Clemenskirche. Dort ist Schwester Klara Maria regelmäßig mit und für wohnungslose Menschen aktiv. Schon auf diesem Weg entstanden erste Begegnungen. Im sogenannten „Wunderkeller“, wie Schwester Klara Maria den Treff liebevoll nennt. Der Tee war allerdings nur für uns gedacht. Ausschank war nicht erlaubt. Wir gaben ihn lediglich an benachbarte Standbetreiber weiter, die lange in der Kälte ausharrten.
Der Weihnachtsmarkt war an beiden Tagen sehr gut besucht. Entsprechend vielfältig waren die Begegnungen. Viele kurze Gespräche. Einige sehr intensive. Die Stimmung im Team war durchgehend positiv. Die Bereitschaft, sich abzulösen und gegenseitig zu unterstützen, ebenfalls.
Zwei Tage. Eine kleine Hütte. Viele Gespräche. Und das Gefühl, dass Präsenz im Alltag. Gerade mitten im Trubel. Etwas bewirken kann.


