Meike Frömmer ist stellvertretende Nachhaltigkeitsbeauftragte für den gesamten SMMP-Verbund – und hat bei ihrem Start eine Überraschung erlebt: Vieles war schon da. In der neuen Folge von „Postels Stimmen“ erzählt die gelernte Ernährungsberaterin, warum Nachhaltigkeit bei SMMP drei Farben hat, was das Wiegen von Speiseresten bringt und weshalb faire Bezahlung genauso dazugehört wie Bienenhotels. Außerdem: Warum ein Zertifizierungspartner kurz vor dem Ziel absprang – und was das Team daraus gemacht hat.
Nachhaltigkeit ist mehr als Mülltrennung. Das macht Meike Frömmer im SMMP-Podcast „Postels Stimmen“ deutlich. Sie ist stellvertretende Nachhaltigkeitsbeauftragte für den gesamten Verbund. Moderatorin Irena Oberwald fragt nach dem Alltag hinter dem Begriff.
Frömmer kam über Umwege zum Thema. Gelernt hat sie Ernährungsberaterin. Geschäftsführer Stephan Schink, der zugleich Nachhaltigkeitsbeauftragter ist, fragte sie nach der Stellvertretung. Sie sagte zu. „Es ist halt super, super vielseitig und es beinhaltet so viel mehr Themen, wie man eigentlich am Anfang immer gedacht hat“, sagt sie.
Drei Säulen, drei Farben
Bei SMMP steht Nachhaltigkeit auf drei Säulen: Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Jede hat eine Farbe – Umwelt grün, Wirtschaft blau, Soziales gelb. Unter Soziales fallen Themen wie Arbeitssicherheit, faire Bezahlung und ein attraktiver Arbeitgeber. „Oft verbindet man Nachhaltigkeit ja auch immer mit der Farbe grün“, sagt Frömmer. Das greife zu kurz.
Ein Beispiel sind die Bienenhotels. Einige Einrichtungen stellen sie auf. Gebaut werden sie von einer Behindertenwerkstatt, der SMMP sie abkauft. Umwelt und Soziales greifen hier ineinander.
Klimabilanz und Nachhaltigkeitsmanager
2022 erstellte SMMP erstmals eine Klimabilanz. Sie erfasst, wie viel CO2 der Verbund ausstößt: Arbeitswege, Papierverbrauch, Mülltrennung. Jetzt folgt die Bilanz für 2025. Erstmals erstellt jeder Geschäftsbereich sie selbst. „Das ist schon ein immenser Aufwand“, sagt Frömmer. Daten kommen aus Buchhaltung, Personalabteilung und Mitarbeiterbefragungen.
Tragen sollen das die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager in den Häusern. Im Februar bildete SMMP neue aus. Das Ziel: In mindestens 75 Prozent aller Einrichtungen soll je einer arbeiten. Wer das übernimmt, ist offen. „Es ist ein ganz bunter Blumenstrauß“, sagt Frömmer. Fachkräfte gehören dazu, Geschäftsführer, auch Betreuungskräfte aus dem Altenheim.
Kleine Schritte, klare Grenzen
Im Alltag zählen kleine Dinge. Doppelseitig drucken zum Beispiel. Auf den ganzen Verbund gerechnet, mache das viel aus. In der Küche wiegen Einrichtungen den Nassmüll. So sehen sie, welche Speisereste zurückkommen – und wo sich sparen lässt.
Manches stößt an Grenzen. Im Pflegebereich fällt bei Hygieneartikeln viel Müll an. „Das ist gerade bei Hygieneartikeln einfach nicht machbar“, sagt Frömmer über Mehrwegmodelle. Auch das Lieferkettengesetz brachte Mühe: Nachweise an Lieferanten verschicken, auf Unterschriften warten. Und einmal sagte ein Zertifizierungspartner eine Woche vor dem Termin ab. „Theorie und Praxis unterscheiden sich da doch immer noch mal ganz immens“, sagt sie.
Teurer muss Nachhaltigkeit nicht sein. Vieles war schon da, etwa die Leitlinien und Werte des Ordens. „Es muss nicht immer unbedingt was kosten und teurer sein“, sagt Frömmer. Software und Klimabilanzierung kosten Geld – andere Schritte nicht.
„Nachhaltiger werden“
Ein Ziel formuliert Frömmer vorsichtig. „Wir werden es nie schaffen, nachhaltig komplett zu sein“, sagt sie. „Das ist einfach nicht machbar, sondern wir reden immer davon, nachhaltiger zu werden.“ Jeder solle sich heraussuchen, was für ihn machbar ist. Wer drei Straßen entfernt wohnt, fährt mit dem Rad. Wer 20 Kilometer pendelt, achtet vielleicht eher aufs Papier.
Ihr Schlusswort bleibt einfach: „Jeder kleine Schritt führt zum großen Ganzen.“


