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„Ich hatte Lust auf etwas anderes"
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Schwester Theresita Maria ist seit 41 Jahren Ordensschwester – und erklärt das so: Sie hatte einfach Lust auf etwas anderes. Keine Erscheinung, kein Donnerschlag, nur ein Gefühl. Im Gespräch mit Dani Korsch erzählt die Theologin und Harfenspielerin, warum der durchgetaktete Klosteralltag sie befreit statt einengt, was die Ordenstracht mit Persönlichkeit zu tun hat – und warum man als Schwester bei Rot über die Ampel besser nicht erwischt werden sollte.

Transkipt

Dani Korsch: Als ich hörte, die Schwestern der Maria Magdalena Postel machen einen Podcast, hatte ich sofort den Gedanken, da muss eine Schwester her, mit der man mal ein bisschen ins Detail geht. Schön, dass ich dich heute hier sitzen habe. Schwester Teresita Maria. Magst du dich vielleicht einmal kurz vorstellen und uns vielleicht schon einen Einblick geben, wann hattest du das erste Mal das Gefühl, Ordensschwester, das wird mein Weg?

Sr. Theresita Maria: Gerne. Also Schwester Theresita Maria. Ich bin seit 41 Jahren in diesem Verein, hier in der Ordensgemeinschaft der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel. Vorher habe ich nach dem Abi Theologie und Musik studiert, war als Lehrerin und Erzieherin tätig. Drei Jahre und in der Zeit habe ich tatsächlich gedacht, oder kam mir die Idee in den Kopf, ach nee, ich will nicht heiraten, sondern für Gott und viele Menschen leben. Das war so eine Idee. Ich habe vier Geschwister, die haben alle nacheinander geheiratet und Kinder bekommen, zumindest drei der vier. Aber ich dachte, ich habe Lust auf etwas anderes. Und dann habe ich mich auf die Suche begeben, dachte erst, ich lebe so alleine. Dann dachte ich, nö, so als eher rheinische Frohnatur ist es vielleicht schöner, in einer Gemeinschaft zu leben. Das würde besser zu mir passen. Und dann habe ich irgendwo anders Kloster auf Zeit gemacht und zwei Wochen und traf da eine, die ich gefragt habe, hey, willst du auch vielleicht ins Kloster gehen? Ja, vielleicht, aber wenn dann in Bestwig, guck doch da mal vorbei. Und dann kam ich hier hin und die Helle und Offenheit sprach mich einfach an. Ich kann jetzt nicht sagen, die und die theologische Richtung, das ist alles erstmal irrelevant. Ja, und dann bin ich in demselben Jahr noch, nach vielen Monaten des Zweifelns, Überlegens hin und her, hier habe ich an die Türen geklopft und gesagt, ich möchte gerne hier mit euch leben. Und was mich eben fasziniert hat, so war der Gedanke, mit anderen Frauen in Gemeinschaft zu leben, die so dieselbe Idee von Leben haben, von Leben für Gott und die Menschen. Und das habe ich hier gefunden. Und da ich immer noch da bin, denke ich, war es der richtige Weg für mich.

Dani Korsch: Du sagtest eine, da gab es eine Frau, die auch die Idee hatte und die sagte, komm doch mal nach Bestwig. Das heißt, das war so der ausschlaggebende Punkt für dich, die Begegnung. Kannst du dich noch an die Frau erinnern? Ist die heute auch noch hier?

Sr. Theresita Maria: Die ist jetzt unsere Provinzoberin. Tatsächlich, das war Schwester Johanna. Wir waren da zufällig gemeinsam in diesem anderen Orden, um die Kar- und Ostertage zu verbringen. Und da habe ich die einfach gefragt. Ich fand sie sympathisch natürlich. Und dann sagte die spontan, wenn dann in Bestwig. Die kannte den Orden schon, weil sie hier aus der Nähe kommt, im Gegensatz zu mir. Und ja, so war das. Und ich habe tatsächlich auch noch die ersten Schwestern vor Augen, denen ich hier begegnet bin. Das ist ja jetzt 42 Jahre her. Und ja, so Bilder, so Eindrücke prägen einen ja auch. Und besonders die Begegnung auch mit Schwester Aloisia, die damals Novizenmeisterin war und die mich dann herumgeführt hat und mir ganz viele Fragen beantwortet hat. Das war sicher auch so eine prägende Gestalt.

Dani Korsch: Wenn man jetzt die 42 Jahre zurückgeht, ist man ja vielleicht gerade so in einem Lebensabschnitt, wo man sich jetzt beruflich orientiert. Jetzt ist das ja nicht so, dass ich als Jugendliche dastehe und dann fällt mir direkt auch Ordensschwester als Beruf ein. Das ist ja jetzt mehr, aber wahrscheinlich eher eine Berufung, die man von innen heraus spürt. Womit verbindest du für dich so das Ordensschwesternleben? Gibt es bestimmte Werte, die für dich da hervorstechen?

Sr. Theresita Maria: Also sicher, wie du gerade gesagt hast, ist eher eine Berufung als ein Beruf. Also mein Beruf ist schlicht Lehrerin und jetzt hier Kirchenmusikerin. Aber Berufung, da steckt ja auch das Wort Ruf drin. Also Ruf und Beruf und Berufung, das ist ja alles praktisch von derselben Wurzel. Und es ist schon so ein Ruf, ein Ruf Gottes. So diesen Ruf, das habe ich in meinem Inneren gespürt. Und ich berufe dich, für mich zu leben oder meine Idee eben, ich möchte für Gott und viele Menschen leben. Und Gott sagt jetzt nicht definitiv, ich will, dass du nach Bestwig gehst, so nicht. Aber ich denke, man kann das ein bisschen vergleichen, wenn ich mich in jemanden verliebe und ihn heirate. Es gibt vielleicht ungefähr 3,5 Milliarden Männer auf der Welt, aber warum suche ich mir diesen einen aus und nicht die anderen Milliarden? Umgekehrt auch. Bei jeder Partnerschaft, bei jeder Freundschaft, was man nicht nur so rational begründen kann. Und so ist das hier auch, so ein hingezogen, so sich hingezogen fühlen zu diesem Leben. Und ja, diese Werte sind sicher dieses Leben für Gott, auch dieses, das Gemeinschaftsleben und sicher auch dieses Leben in den Gelübden. Vielleicht kommen wir da noch drauf, wir geloben ja ehelose Keuschheit, Gehorsam und Armut, obwohl das mit der Armut man ja sehr relativieren muss, tatsächlich. Und auch diese innere Freiheit, die tatsächlich dadurch entsteht, das sind so Werte, die mich angezogen haben und mich immer noch faszinieren.

Dani Korsch: Jetzt sagtest du, dein Beruf ist eigentlich Lehrerin und heute noch Musik machen. Jetzt kann ich mir darunter was vorstellen, habe ungefähr so einen Ablauf im Kopf, wie dann so ein Alltag aussehen könnte. Das hat man aber vielleicht jetzt nicht direkt, wenn man an Ordensschwester denkt. Ist das da auch genauso strukturiert? Hat man die Aufgabe, also in dem Fall vielleicht ja dann die Aufgabe Lehrerin, der man nachgeht, ist das dann genauso ein getakteter Alltag?

Sr. Theresita Maria: Ja, der Alltag ist tatsächlich bei uns sehr getaktet. Und das ist ja, also der Begriff Orden, da steckt ja Ordo, also Ordnung drin. Und diese Tagesstruktur zwischen Gebet und Arbeit und Essen und auch Gemeinschaftsleben und Freizeit, Muße, die gibt dem Tag und dem Leben die Struktur. und diese Rhythmisierung ist also auch ein Stück befreiend. Ich muss jetzt nicht jeden Morgen überlegen, Moment, wann stehe ich denn jetzt auf? Oder ich bleibe so eine halbe Stunde liegen oder sollst du doch beten gehen? Bis hin zu, was ziehe ich denn an? Wie befreiend? Bei Frauen vielleicht auch. Diese Rhythmisierung ist so wie so eine Leitplanke am Weg vielleicht, die uns die Struktur geben. Und es soll ja tatsächlich auch gesund sein, denn Ordensfrauen oder Ordensmänner werden in der Regel sehr, sehr alt. So dieses Gleichmäßige, dass jeder Tag so gleich strukturiert ist. Wir beginnen mit dem Gebet und danach essen und dann geht jeder seine Arbeit nach. Mittags wieder Gebet, Essen, Mittags, Ruhe, Arbeit und abends wieder um 18 Uhr beten, Essen und so. Und das passt natürlich in einem apostolisch tätigen Orden, wie wir sind, und passt sich diese Struktur natürlich auch dem Arbeitsbereich an. Die Ordensmänner, die in der Krankenpflege tätig sind und im Krankenhaus wohnen, haben sicher ein bisschen andere Uhrzeiten morgens, mittags, abends. Als wir und mein Schulalltag begann als Schulleiterin in Heiligenstadt, in Thüringen, um Viertel nach sieben in die Schule, DDR-Relikt, und dann entsprechend ist dann vorher beten, frühstücken und dann in die Schule gehen. Also das passt sich gut aneinander an. Muss es ja auch.

Dani Korsch: Ja, dann sind das schon so fast wie Rituale. Also wenn man das dann so in diese Dreiteilung, dass der Tag alleine mit dem Beten auch beginnt und auch beendet wird und mittendrin, dass man sich nochmal so für sich besinnt, hattest du dann immer die Möglichkeit, in deinem Arbeitsalltag dich da irgendwie rauszunehmen dafür? Also mittagsbeten?

Sr. Theresita Maria: Also mittags beten ist natürlich, wenn man im Schulalltag ist, schwierig, weil sich die Unterrichtsstunden natürlich nicht dann errichten, dass man Schlag Zwölf sagt, die Schwestern beten. Aber das, finde ich, macht auch nichts, weil die Schwestern immer auch für die beten, die gerade nicht kommen können. Das ist also sehr, sehr schön. Aber morgens und abends, das geht gut. Es gibt manche Ausnahmen, wenn du unterwegs bist, im Zug oder im Auto. Aber in der Regel passt das schon gut. Und es sind, wie du sagst, in der Tat auch so Rituale, die auch wichtig sind für die Menschen. Wir haben ja alle, glaube ich, Rituale, wie man jedes Jahr am 24. Dezember den Weihnachtsbaum aufbaut. Ist auch so ein Ritual, oder so ganz viele Rituale, die auch das Leben ein Stück einfacher und auch reicher machen, finde ich.

Dani Korsch: Ja, also ich glaube, solche Rituale haben wir auch alle, die jetzt vielleicht nicht in dem Orden leben. Also ich alleine kenne es von meinem Familienleben mit meiner Tochter. Du sagtest jetzt gerade, dass die Gemeinschaft es ja auch mit sich bringt, dass dann Schwestern für eine Schwester beten, die vielleicht gerade nicht kann. Also ich habe zumindest, vielleicht auch der eine oder andere, so ein paar Fragen, die man vielleicht sich sonst nicht so getraut zu fragen. Und jetzt lebt ja alle in der Gemeinschaft, ein bisschen anders, als wenn man halt vielleicht einen Partner oder eine Familie hat. Dennoch habe ich mich gefragt, fehlt einer Ordensschwester die persönliche Nähe? Oder fängt das die Gemeinschaft anders auf?

Sr. Theresita Maria: Nee, ist eine gute Frage. Also was vielleicht vielen Frauen fehlt, also in Frauengemeinschaften, ist dieses Kinder bekommen und Mutter sein. Das ist ja sowas, was vielen Frauen auch Erfüllung gibt. Oder einfach die zärtliche, auch körperliche Nähe zu einem Partner oder einer Partnerin. Das ist schon das, wo wir bewusst darauf verzichten natürlich. Also die gelebte, ausgelebte Sexualität. Dass das nicht immer einfach ist, ist klar. Aber es ist auch so in dem Leben nicht alles einfach. Ich denke, als Mutter mit Kindern und gleichzeitig arbeiten, ist auch nicht immer einfach. Also dafür haben wir uns bewusst entschieden. Aber das heißt nicht, dass wir auf Nähe und Freundschaft verzichten. Und ich finde, es ist ein ganz großes Geschenk, wenn man in einer Ordensgemeinschaft auch Freunde oder Freundinnen findet. Also ich habe auch so zwei, drei, mit denen ich wirklich so befreundet bin. Auch außerhalb der Gemeinschaft mit einigen Männern und einigen Frauen, die wir Freunde sind. Das ist jetzt kein absoluter Ersatz, aber es tut auch einfach gut, diese Nähe zu spüren oder mal in den Arm genommen zu werden. Das gehört auch zum Menschen ja dazu. Ja, und es ist natürlich auch immer wieder ein Anruf, hey, pfleg intensiv deine Freundschaft zu Christus. Die natürlich nicht irgendwie körperlich spürbar ist, aber schon in der Tiefe der Seele, so ein Frieden oder so ein Gefühl der, hey, das ist richtig oder du bist angesehen und geliebt und so.

Dani Korsch: Aber in den Arm genommen werden, das darf man. Also so die Art körperliche Nähe wird jetzt nicht irgendwie beäugt.

Sr. Theresita Maria: Nee, natürlich nicht. Ich habe auch Kollegen. Ich war eben noch im Gespräch mit zwei Kollegen, für die Tagung am Donnerstag vorzubereiten. Und dann begrüßt man sich auch und nimmt sich in den Arm. Das ist auch einfach schön.

Dani Korsch: Das glaube ich. Also es braucht auch jeder irgendwie, glaube ich, mal im Leben vielleicht auch mal so eine Schulter an, die man sich anlehnen kann. Es gibt ja auch mal schwierige Phasen.

Sr. Theresita Maria: Absolut. An der man weinen kann, natürlich. Das ist im Ordn genauso wie im Leben außerhalb einer Ordensgemeinschaft.

Dani Korsch: Und wie darf ich mir das vorstellen, wie ihr hier in so einem Kloster wohnt? Und hat jeder, also ihr habt ja jetzt nicht eine Wohnung so wie ich mit mehreren Zimmern wahrscheinlich. Hat man ein kleines Zimmer, sein eigenes Reich?

Sr. Theresita Maria: Ja, Gott sei Dank. Früher war es tatsächlich so, als die Generationen vor mir eingetreten sind, dass sie im Schlafsaal geschlafen haben. Das gibt es aber nicht mehr. Also wir haben hier ein eigenes Zimmer, auch mit eigener kleinen Nasszelle. Und das ist für mich auch tatsächlich so ein Refugium, also so ein Rückzugsort. Wo ich dann abends nach getaner Arbeit, wenn ich glücklich mein Computer ausschalten kann, mich einfach in meinen Sessel setze, noch einen Tee dazu trinke und die Zeit lese oder ein Buch lese und einfach weiß, du bist jetzt alleine, du kannst jetzt bei dir sein und es stellt hoffentlich kein Telefon mehr und du brauchst nicht mehr arbeiten. Also ich glaube, das braucht man oder auch mal, was weiß ich, Sonntags-Nachmittags oder Samstagsmittags, keine Ahnung, so dieses einfach sich zurückziehen und so ganz privat zu sein. Das also ich und vielleicht auch je älter ich werde, je mehr brauche ich das, glaube ich, oder je mehr genieße ich das auf jeden Fall tatsächlich.

Dani Korsch: Ist das dann auch so wie wahrscheinlich bei 90 Prozent der anderen Menschen? Hast du einen Fernseher da? Guckst du irgendwelche Soaps oder gehst du dann eher deiner Musik nach? Nee, in den Zimmern haben wir keine Fernseher.

Sr. Theresita Maria: Wir haben in kleinen Gruppen einen gemeinsamen Raum, wo wir morgens und abends essen, nur mittags essen wir in der großen Gemeinschaft und wo auch ein Fernseher steht, wo wir natürlich die Tagesschau gucken und wenn auch einer was anderes gucken möchte, bleibt ja noch da und guckt was anderes. Die Schwestern auf der Pflegestation haben zum Teil einen Ferhnseher im Zimmer. Wenn die zum Beispiel gar nicht mehr das Bett verlassen können, dann wird ja auch so ein Tag wirklich verflixt lang und da ist es dann einfach schön, wenn man so auch Anregungen von außen hat. Also meine beiden Leidenschaften sind tatsächlich Lesen und Harfenspielen und meine Harfen stehen in meinem Zimmer, darum habe ich ein größeres Zimmer als die anderen und wenn ich dann alleine bin und entweder Harfenspiele oder lese, das ist so für mich Glück pur. Tatsächlich.

Dani Korsch: Ja, kann ich mir vorstellen. Du hast ja auch gesagt, das ist dein Rückzugspunkt, dein Rückzugsort auch und bist auch froh drum. Du hast am Anfang auch gesagt, du musst dich zum Glück ja auch nicht entscheiden, was ziehe ich heute an. Ist es so, dass du in deinem eigenen vier Wänden, was dir zur Verfügung steht, trotzdem auch das Ordensgewand anhast?

Sr. Theresita Maria: Ja, wenn ich abends mich in meinen Sessel setze und so ein bisschen rückeln, dann ziehe ich den Schleier aus, weil es einfach dann auch bequemer ist, damit der nicht so knuddelt. Aber sonst haben wir eigentlich immer das Ordensgewand an. Wenn wir Sport machen, dann natürlich nicht, weil mit Schleier und Kleid sich auf die Erde zu legen oder Liegestütze zu machen, ist auch nicht so prickelnd. Und je nachdem, wo die Schwestern Urlaub machen, meinetwegen an der See oder in den Bergen, dann gehen die auch in Zivil, weil das einfach bequem ist. Und es wäre ja geradezu, finde ich, lächerlich oder peinlich, wenn ich am Strand bin und hänge meinen Schleier in die Düne und ziehe meinen Badeanzug so an. Das hätte schon eher was Lächerliches. Aber was natürlich auch stimmt, also ich mag das Ordenskleid, ich mag es auch so erkannt zu werden als jemand, der für Gott lebt, aber es ist immer auch eine Rolle, der man zugewiesen wird, tatsächlich. Also man sieht ja automatisch, die ist irgendwie anders, die gehört zur Kirche. Und einmal hat eine Mitschwester von mir erlebt, die ist im Studium in Mainz, mal weil sie es mega eilig hatte, bei Rot über die Ampel gegangen, über die Fußgängerampel, weil auch tatsächlich kein Auto kam. Und auf der anderen Straßenseite stand jemand und sagte, Sie als Schwester machen so was. Da hat sie sich zu Tode geschämt. Die hatte nur daran gedacht, ich muss zur Uni und es kommt weit und breit kein Auto, ich laufe bei Rot über die Ampel. Also man wird auch irgendwie, man steht immer ein Stück mehr unter Beobachtung und das kann dann auch schon mal ein bisschen lästig sein. Aber andererseits wird man natürlich auch schon mal, wenn man im Zug ist, angesprochen und sagt, hey, Schwester, können Sie für mich beten oder ich habe da gerade ein Problem, darf ich Ihnen das mal erzählen? Oder so.

Dani Korsch: Ja, du wirst halt direkt erkannt. Kleider machen Leute,

Sr. Theresita Maria: das ist immer noch so. Und es ist auch tatsächlich, obwohl viele mit Kirche nichts mehr zu tun haben wollen, verständlicherweise auch mit den ganzen Missbrauchsskandalen und so weiter, scheinen Ordensschwestern doch noch so einen gewissen Bonus in den Augen der Leute zu haben. Das finde ich interessant.

Dani Korsch: Die Kleidung ist für mich auch eine Art Verzicht. Also ich meine, du bist jetzt nicht farbenfroh, wenn jetzt der Frühling kommt, dass man sagt, oh, heute gehe ich mal mit Rot oder irgendwas. Der Verzicht prägt ja auch sonst dein Leben, fühlst du dich dadurch eingeschränkt?

Sr. Theresita Maria: Ja, also ich persönlich fühle mich jetzt nicht eingeschränkt. Aber es ist schon sehr uniform, im wahrsten Sinne des Wortes. Und natürlich ist es schön, sich manchmal schön zu machen. So auch wie du trägst schön Schmuck oder eine schicke Frisur, das ist schon alles Verzicht natürlich. Darauf verzichten wir bewusst. Ja, kann ich nicht anders sagen. Vielleicht ist es dann auch eine Einladung, hey, wenn du schon nicht durch dein Äußeres dich schön machen kannst, dann ist es umso wichtiger, dass deine Persönlichkeit strahlt. Wir sind ja, auch wenn wir alle gleich aussehen, sind wir nicht alle die gleichen Charaktere, weiß Gott nicht. oder dann kommt es vielleicht noch mehr darauf an, die eigene Persönlichkeit so zu entwickeln und auch so die Freude am Leben, an Gott, an die Menschen auszustrahlen oder wie auch immer.

Dani Korsch: Das Gefühl habe ich hier ganz oft, wenn ich im Kloster unterwegs bin, dass eine positive Schwingung, würde ich irgendwie sagen, wenn man auch, egal auf wen, auf eine Schwester hier im Hause trifft, geht man gefühlt positiv gestärkt heraus. Also als würdet ihr das alle in euch tragen, so mitbringen. Das ist so mein Empfinden. Ja, ich danke dir für diese ganzen tiefen Einblicke, die man sich vielleicht sonst nicht so getraut zu fragen oder die man doch irgendwie so im Hinterkopf hat. Und ich würde mich freuen, wenn wir die eine oder andere Schwester vielleicht auch noch mal vor die Linse kriegen. Bestimmt. Danke dir.

Dieses Transkript wurde mithilfe von NovaScribe und Claude erstellt.


Die nächste Folge erscheint am 13. Juni. Darin spricht Irena Oberwald mit Meike Frömmer über das Thema Nachhaltigkeit bei SMMP. Das ist mehr als Mülltrennung und hat bei SMMP drei Farben.

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