
1.185 Dienstjahre waren eingeladen. So viele Jahre bei SMMP brachten die eingeladenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen. Zum zweiten Mal kamen sie am Donnerstag im Bergkloster Bestwig zusammen. Michael Bünger führte gemeinsam mit Dani Korsch durch das Programm mit Vortrag, Fragerunden und Preisverleihung.

Unter dem Titel „Das Erbe der Heiligen“ sprach Schwester Theresia Lehmeier über Herkunft und Geschichte der Ordensgemeinschaft. Sie schlug dabei den Bogen von den Anfängen der Gemeinschaft zum heutigen SMMP-Verbund.
Was bleiben soll
In Fragerunden stellten die Geschäftsführer den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Fragen zu ihrer Zeit bei SMMP und zur Zukunft des Verbunds. Die Antworten schrieben sie stichwortartig auf Karten und hefteten sie an Stellwände. Auf den Karten standen unter anderem Zusammenhalt, Wertschätzung und der Mensch im Mittelpunkt. Für die Zukunft wünschten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner, mehr Personal pro Schicht, weniger Hetze in der Pflege und die Möglichkeit, auch im Ruhestand zur Gemeinschaft zu gehören.
Auf die Frage nach Erlebnissen, die sie besonders geprägt haben, schrieb eine Mitarbeiterin der Seniorenhilfe ein einziges Wort: Nachttischlampe. Dahinter steckt eine Nacht in Diestedde. Ein Bewohner war gestürzt und hatte sich am Heizkörper den Arm aufgeschlagen. Der herbeigerufene Arzt sagte: „Im Krankenhaus machen die das auch nicht besser – ich nähe den schnell. Bringen Sie mal die Nachttischlampe.“

Michael Bünger sagte zu, dass sich die Leitungsebene die Anregungen ansehen und prüfen werde, was sich davon umsetzen lasse.
Zwei erste Preise

Zum Programm gehörte auch die Preisverleihung des Ideenwettbewerbs „SMMP verbindet“. Seit 2022 zeichnet die SMMP Holding gGmbH damit jährlich Ideen aus, die die Verbindung zwischen der Ordensgemeinschaft und den Einrichtungen lebendig halten sollen. Der Wettbewerb richtet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SMMP-Unternehmensverbunds.
Den ersten Preis teilen sich in diesem Jahr zwei Vorschläge.
Natalie Rammert und Edis Ahmetspahic von der Seniorenhilfe SMMP hatten in der Normandie die Symbolik dreier Bäume kennengelernt. Die Eiche steht dort für Julie Postel, die Linde für Placida Viel und der Apfelbaum für Schwester Marta Le Boutillier. Ihr Konzept schlägt vor, in jeder Einrichtung einen Ort der drei Bäume einzurichten und, wo es geht, echte Bäume zu pflanzen. „Julie Postel war nicht allein“, heißt es in der Einreichung. „Die Geschichte unseres Ordens ist keine Geschichte einer einzelnen Frau.“
Melanie Scheeren und Nicole Einwohlt, Leiterinnen der Bildungsakademie für Therapieberufe, wollen die Reflexionstage in der Ergo- und Physiotherapieausbildung um einen „Maria-Magdalena-Moment“ erweitern. Bisher geht es dort um Fachliches und Organisatorisches. Künftig sollen die Lernenden ihre Praxisphasen auch daran messen, wann sie einem Menschen Hoffnung oder Mut geben konnten und welcher Moment sie besonders berührt hat.

Weitere ausgezeichnete Ideen
Alle weiteren Einsendungen erhielten den zweiten Preis. Elke Sievert von der SMMP Gesellschaft für zentrale Dienste schlug den „Postel-Faden“ vor. Julie Postel war eine Seilertochter. Für jeden guten Moment im Arbeitsalltag knüpfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein beschriftetes Band an ein Seil. Nach einem Jahr kommen die Stücke aller Einrichtungen im Bergkloster zusammen.
Zwei Schülerinnen des Engelsburg-Gymnasiums in Kassel entwickelten „Politeasy“. Das Format bereitet politische Themen aus den sozialen Medien für Zehn- bis 13-Jährige verständlich auf.
Natalie Rammert reichte ein zweites Konzept ein: Die Normandie-Führungen der Ordensschwestern sollen mit einer 360-Grad-Kamera aufgezeichnet und über eine VR-Brille zugänglich werden, solange die Schwestern noch mitreisen können. Kerstin Bornefeld und Sylvia Schmidt, Ausbildungskoordinatorinnen der Seniorenhilfe SMMP, wollen die Bilder und Briefe aus der Julie-Postel-Woche als Wanderausstellung durch die Einrichtungen schicken. Claudia Behlke schlug QR-Codes an markanten Punkten der Häuser vor, die zu kurzen Erklärvideos führen.
Katharina Brakk und Melanie Kaimann aus der Stabsstelle Marketing und Kommunikation der Seniorenhilfe SMMP möchten alle Auszeichnungen des Verbunds zu einem jährlichen „Julie-Postel-Award“ bündeln. Kathrin Rischke aus Störmede regte eine eigene SMMP-Laterne für die Martinsumzüge an.
Sylvia Metche, Regionalleitung der Region West, plant einen gemeinsamen Willkommenstag für alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Region. Petra Wessel, Pflegedienstleiterin im Netzwerk Geseke/Lippstadt, entwarf einen Betreuungskoffer mit Buch, Ausmalbildern, Puzzle und Memory zur Lebensgeschichte Maria Magdalena Postels.
„Nicht bange“
Zum Abschied sagte Provinzoberin Schwester Johanna Guthoff: „Sie alle haben Spuren bei SMMP hinterlassen, deshalb ist mir um die Zukunft nicht bange.“
Der Tag endete mit einem kurzen Gottesdienst, den Schwester Theresita Maria Müller leitete.



