
Sechs Tage Normandie. Eine Gruppe unserer Schülerinnen reiste vom Bergkloster Bestwig zur Abtei Saint-Sauveur-le-Vicomte. Dort ist die Geschichte Maria Magdalena Postels bis heute lebendig.
Die Fahrt war mehr als eine Reise in die Vergangenheit. Sie verband Geschichte, Spiritualität, Gemeinschaft und Freizeit. Viele der jungen Frauen bewegte diese Woche nachhaltig.
Wer war Maria Magdalena Postel?
Den Auftakt bildete ein Tag auf dem Gelände der Abtei. Schwester Theresia führte die Gruppe in das Leben Maria Magdalena Postels ein. Neben den historischen Daten standen vor allem drei Fragen im Mittelpunkt: Was trägt einen Menschen durch schwierige Zeiten? Woher kommt der Mut, gegen Widerstände zu entscheiden? Was bedeutet es, aus Liebe zu handeln?
Diese Fragen begleiteten die Schülerinnen die ganze Woche. Bei einem Spiri-Walk, gemeinsamen Andachten und persönlichen Impulsen setzten sie sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinander. Es ging um ihre Stärken, Zweifel und Hoffnungen – und um die Frage, sich selbst als einzigartig, wertvoll und geliebt anzunehmen.
Mut in der Revolution
Auch außerhalb der Abtei wurde Geschichte greifbar. In Barfleur begegnete die Gruppe der jungen Julie Postel und ihrem Einsatz während der Französischen Revolution. Echter Mut beginnt dort, wo Menschen trotz Angst und Zweifel ihren Überzeugungen treu bleiben. Dieser Gedanke prägte den Tag.
Strand, Muscheln und soziale Netzwerke
Zwischen den Programmpunkten blieb viel Raum für Gemeinschaft. Die Schülerinnen fotografierten an der Küste – für die sozialen Netzwerke oder die Lieben zu Hause. Sie saßen am Strand, sammelten Muscheln und Steine, lachten und redeten. Ein Nachmittag zum Bummeln gehörte auch dazu.
So wuchs die Gruppe enger zusammen. Zu Beginn waren sich die jungen Frauen überwiegend fremd. Innerhalb weniger Tage entstand eine vertrauensvolle Gemeinschaft.
Der D-Day-Tag
Ein Höhepunkt war der gemeinsame D-Day-Tag. In Sainte-Mère-Église, auf dem deutschen und dem amerikanischen Soldatenfriedhof und am Omaha Beach setzten sich die Schülerinnen mit Krieg, Gewalt und der Befreiung Europas auseinander. Die Schicksale gefallener Soldaten führten zu intensiven Gesprächen über Verantwortung, Versöhnung und Frieden.
Den Abschluss bildete eine Friedensandacht. Persönliche Sorgen und Bitten trugen die Schülerinnen als Fürbitten gemeinsam vor Gott. Viele Kerzen standen dabei als Zeichen: Jedes Licht überwindet die Dunkelheit.
Aus dem Stall wächst Neues
Der letzte Tag zeigte, wie eng Hoffnung und Vertrauen zusammenhängen. Die Gruppe besuchte den einfachen Stall in Octeville-l’Avenel, in dem Maria Magdalena Postel und ihre Gemeinschaft zeitweise lebten. Hier zeigte sich: Aus scheinbar aussichtslosen Situationen entsteht Neues. Die Geschichte der Ordensgründerin machte Mut, schwierige Zeiten nicht als Ende oder als Scheitern zu deuten, sondern als Teil eines Weges.
Abschied mit Sœur Cécile
Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsames Abendessen, zu dem Sœur Cécile dazukam. Sie fragte die Schülerinnen, was sie an Maria Magdalena Postel besonders beeindruckt habe. Die Antworten: Mut, Hoffnung, Durchhaltevermögen und Fürsorge. Ihre eigenen Gedanken brachten den roten Faden der Woche auf den Punkt: Maria Magdalena Postel habe alles aus tiefer Liebe getan.
Genau diese Erfahrung nehmen viele Teilnehmerinnen mit nach Hause. Die Tage in der Normandie prägten Gemeinschaft, persönliche Begegnungen und bewegende Geschichte. Liebe, Hoffnung, Gemeinschaft und Frieden sind keine abstrakten Begriffe. Sie nehmen im Alltag Gestalt an – damals wie heute.




