Gute Führung ist kein Einheitsrezept. Sie lebt von unterschiedlichen Perspektiven, Haltungen und Erfahrungen – wie eine gute Käseplatte, von der man sich die passenden Stücke nimmt. Diese Vielfalt im gemeinsamen Wertekorridor stand im Mittelpunkt der diesjährigen Frühjahrstagung im Bergkloster Bestwig.

Wie gelingt Führung in Zeiten wachsender Herausforderungen? Dieser Frage gingen Führungskräfte aus den Einrichtungen und Diensten des SMMP-Verbundes gemeinsam nach.
Unter dem Leitthema „Verantwortung und Nächstenliebe“ ging es um die Balance zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Führungsalltag. Moderiert von Raphael Ittner und Andreas Pfläging – mit Witz, Charme und klaren Impulsen – wurde schnell deutlich: Führung ist eine Gratwanderung. „Zwischen Verantwortung und Umsetzung – oder anders gesagt: zwischen Wunsch und Wirklichkeit“.
Impulse für gute Führung
Einen starken Einstieg setzte Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel: „Eine Organisation ohne Führung ist kopflos, ziellos und wirkungslos.“ Gleichzeitig sei sie lernbar – auch wenn sie nie einfach werde. Eine zentrale Rolle spiele Vertrauen. Es entsteht, wenn Führungskräfte Nähe und Distanz ausbalancieren und anderen etwas zutrauen.
Auch Hemels zwölf Thesen machten deutlich, worauf es ankommt: Klarheit, Kommunikation, Werteorientierung und die Bereitschaft, Konflikte offen anzusprechen. Gute Führung schafft Sinn – und hält die Balance zwischen Anforderungen und Rücksichtnahme.
Verantwortung leben
Einen weiteren Impuls setzte Irina Rebbe mit ihrem Blick auf Prävention. Ihr Appell: „Wenn wir Prävention ernst nehmen und wirklich etwas bewegen wollen, verändert das auch unser Miteinander in den Einrichtungen.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde dieser Gedanke vertieft. Pater Ralf betonte: Gute Führung beginnt mit einer Haltung. „Gut über Mitmenschen und Mitarbeitende zu denken, ist die Basis.“ Entscheidend sei der Dialog – und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Austausch auf Augenhöhe
Am Nachmittag bot das Barcamp Raum für Austausch und eigene Fragestellungen. Hier wurde das Bild der „Käseplatte“ konkret: Unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven kamen zusammen, wurden geteilt und weiterentwickelt. Jede Sichtweise brachte ihren eigenen „Geschmack“ ein – und bereicherte das Gesamtbild von Führung.

Leichtigkeit zum Abschluss
Zum Abschluss sorgte das Improtheater Emscherblut für einen besonderen Akzent. Mit Humor und Spontaneität griff es das Thema Führung auf – und zeigte, wie nah Ernst und Leichtigkeit beieinanderliegen (https://emscherblut.de/).




Die Frühjahrstagung machte deutlich: Gute Führung ist kein fertiges Konzept. Sie ist ein gemeinsamer Lernprozess – getragen von Haltung, Offenheit und dem Mut, neue Perspektiven einzubeziehen.




