
Rara Teresia und Desak Nyoman Diah Pramesti sind aus Indonesien nach Wadersloh-Diestedde gezogen. Die beiden 26-Jährigen machen im Haus Maria Regina ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau, seit Anfang September sitzen sie an der Gesundheitsakademie SMMP in Geseke im Unterricht.
Am 19. August um 14.19 Uhr landete ihre Maschine in Frankfurt. Dort begrüßten sie Carina Ballbach, Leiterin Personal- und Organisationsentwicklung bei der Seniorenhilfe SMMP, Bettina Holtmann, Leiterin des Teams Ausbildung, und Thomas Gutmann, Geschäftsführer von Yomema Deutschland, bevor es gemeinsam weiter nach Westfalen ging.
„Als ich am ersten Tag in Deutschland angekommen bin, fühlte ich mich ein bisschen nervös, weil alles neu für mich war“, sagt Rara Teresia. „Ich hatte so viele Gedanken und Fragen: Wie sieht meine Wohnung aus? Wie sind meine Nachbarn? Das hat mir ein bisschen Angst gemacht.“
Von dieser Nervosität blieb schnell wenig übrig. „Als ich mein Zimmer gesehen habe, fühlte ich mich sehr erleichtert“, sagt sie. „Auch die Nachbarn sind sehr höflich und nett. Sie haben für Diah und mich sogar indisches Essen gekocht, und es war sehr lecker.“ Zur Begrüßung gab es außerdem ein Grillfest und Geschenke, und am zweiten Tag stand ein deutsches Frühstück mit Brot und Tee auf dem Tisch.
Bachelor in Pflege, Erfahrung im Krankenhaus
Beide Frauen haben in Indonesien einen Bachelor in Pflege erworben und anschließend im Krankenhaus gearbeitet. Seniorenpflege als eigenes Berufsfeld kennt ihre Heimat kaum. Diah stammt aus Bali, Rara aus Kalimantan Tengah auf Borneo.
„Als ich in Deutschland angekommen bin, war ich sehr glücklich und gleichzeitig ein bisschen aufgeregt“, sagt Desak Nyoman Diah Pramesti. „Alles war neu für mich.“ Über ihren neuen Wohnort sagt sie: „Mein erster Eindruck von Diestedde ist sehr positiv. Es ist hier sehr ruhig und schön, und die Menschen sind freundlich. Wie ich es mir vorgestellt habe.“
Die beiden wohnen in einem Haus hinter dem Seniorenheim. Vier Auszubildende teilen sich dort Wohnungen mit einer Gemeinschaftsküche. Früher lebten in dem Gebäude Mitarbeiterinnen und Freunde des Hauses.
Erfahrene Praxisanleiterinnen begleiten den Start

Über die Menschen in Deutschland hatte Rara vorher anderes gehört. „Viele Menschen haben mir gesagt, dass Deutsche nicht so freundlich sind, aber das ist hier in Diestedde ganz anders“, sagt sie. „Die Menschen sind sehr nett und höflich. Sie begrüßen uns oft zuerst und lächeln uns an. Deshalb bin ich sehr überrascht.“
Auf die Ankunft der beiden hatte sich das Haus Maria Regina gründlich eingestellt. „Wir haben uns lange und intensiv auf die Ankunft der beiden vorbereitet“, sagt Pflegedienstleiterin Olga Raabe. „Die Einarbeitung ist gut geplant, und erfahrene Praxisanleiterinnen stehen ihnen zur Seite, um sie eng zu begleiten.“ Die Anleiterinnen sollen Rara und Diah helfen, sich im Haus einzuleben und die Arbeitsabläufe kennenzulernen. Beim Bankkonto und beim Termin mit dem Betriebsarzt haben Kolleginnen ebenfalls geholfen.
Drei Jahre bis zur Prüfung
Die Ausbildung zur Pflegefachfrau an der Gesundheitsakademie SMMP dauert drei Jahre. Auf den theoretischen Einstieg in Geseke folgt Schritt für Schritt die Praxis im Haus Maria Regina.
Möglich wurde das durch einen Vertrag vom Mai 2025, den die Seniorenhilfe SMMP und Yomema Deutschland im Bergkloster Bestwig unterzeichneten. „Allein mit Fachkräften aus Deutschland werden wir unseren Bedarf künftig nicht decken können“, sagte dabei Frank Pfeffer, Geschäftsführer der Seniorenhilfe SMMP. Der Name Yomema steht für „Your Medical Matchmaker“. Das Unternehmen sucht die Bewerberinnen und Bewerber in Indonesien aus und bereitet sie sprachlich und kulturell auf Deutschland vor.
„Mein Ziel ist es, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen und mir in Deutschland eine gute berufliche Zukunft aufzubauen“, sagt Rara Teresia.
Zunächst sind keine weiteren Auszubildenden aus Indonesien geplant: Nach diesen drei Jahren will die Seniorenhilfe entscheiden, ob weitere folgen.


