
Die Sozialarbeiterin Claudia Ciceu (Mitte), Leiterin des Sozialen Zentrum in Siretu, ist die Hauptansprechpartnerin für die Kinder und das Herz des Zentrum. (Foto: SMMP/Meilwes)
Im Dezember 2006 haben die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) ihr Engagement in rumänischen Schineni auf das Nachbardorf Siretu ausgedehnt und dort ein Soziales Zentrum gegründet. Diese Einrichtung unter der Leitung der rumänischen Sozialarbeiterin Claudia Ciceu sorgt sich besonders um psycho-sozial gefährdete Kinder, Jugendliche und deren Angehörige. Dabei orientiert sich die Arbeit am pädagogischen Ansatz der Gemeinwesenarbeit und sucht die ausdrückliche Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Kommune, Kirchen sowie sozialen, medizinischen und pastoralen Fachkräften sowie Ehrenamtlichen aus der Gemeinde.
Die Arbeit des Hauses und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden geprägt von einem christlichen Menschenbild, das die Würde und den Respekt vor der Einmaligkeit jedes Einzelnen zum Ausdruck bringt und die Begleitung und Förderung zur Selbständigkeit als Handlungsmaximen hat. So soll das Zentrum ein Haus der offenen Tür bzw. Haus der Hoffnung für alle Menschen, gleich welcher Konfession und Herkunft sein.
Kontakt und Spendenkonto
Empfänger: Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel
Konto 100 300
Darlehnskasse im Bistum Münster
Bankleitzahl: 400 602 65
Stichwort: Siretu
Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung.
Generalassistentin
Schwester Adelgundis Pastusiak
Bergkloster Heiligenstadt
Friedensplatz 6
37308 Heilbad Heiligenstadt
Tel: 03606-673 134
kontakt
Die Arbeit im sozialen Zentrum gliedert sich in vier einander ergänzende Teilprojekte:
Der Treffpunkt
Eine erste Säule ist der Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Dieses Angebot richtet sich besonders an Kinder und Jugendliche von der Straße und aus zerrütteten Familien. Im Zentrum erhalten sie Hilfen für den Schulalltag (z.B. Hausaufgabenbetreuung), können ihre Freizeit sinnvoll verbringen und einen Ansprechpartner bzw. Ansprechpartnerin für ihre Sorgen und Nöte finden. Den hungrigen Kindern und Jugendlichen wird darüber hinaus eine warme und vitaminreiche Mahlzeit an den Öffnungstagen angeboten. Um aber die Kluft zwischen „arm und reich“ nicht noch weiter zu festigen, richten sich die Freizeit- und Hausaufgabenangebote auch an Kinder aus sozial und wirtschaftlich besser gestellten Familien. Derzeit besuchen über 30 Kinder regelmäßig diesen beliebten Treffpunkt.
Beratung in Krisensituationen
Für Kinder, Jugendliche aber auch deren Eltern ist das neue soziale Zentrum eine Anlaufstelle, in der sie in schwierigen Lebenslagen bzw. Krisensituationen (sexueller Missbrauch, Gewalt in der Familie, Alkoholprobleme u.v.m.) eine erste Beratung in Anspruch nehmen können. Eine Sozialarbeiterin steht den Rat- und Hilfesuchenden als Ansprechpartnerin zur Verfügung, um mit den Betroffenen mögliche Wege und Schritte aus der Krise zu entwickeln und sie dabei fachlich auf dem Weg im Rahmen der Möglichkeiten zu begleiten.
Ambulante Hilfen für Alte und Kranke
Im sozialen Zentrum wurde in den vergangenen Jahren schrittweise ein kleiner ambulanter Pflegedienst für besonders alte, kranke und behinderte Menschen aufgebaut. Diese Menschen sollen durch pflegerische Fachkräfte des Zentrums sowie geschulte Hilfekräfte aus der Gemeinde zu Hause mit gepflegt werden. Diese Pflegeteam soll die Angehörigen unterstützen und gerade für die sehr einsamen und allein lebenden alten und kranken Menschen in ihren Hütten eine Hilfe sowie ein Lichtblick im Alltag darstellen. Heute werden über 20 Senioren und Behinderte regelmäßig von einer Krankenschwester und weiteren Mitarbeiterinnen in ihren häufig sehr einfachen Hütten besucht.
Therapeutische Angebote
Durch gezielte moto- und physiotherapeutsiche Einzel- und Gruppenangebote sollen Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen behandelt und diese so in ihrer Entwicklung nachhaltig gefördert werden. Eine Sozialraumanalyse hat hierfür einen sehr großen Bedarf für die Region ermittelt. Für das sozialen Zentrum sind in Kooperation mit der politischen Gemeinde entsprechende Therapiegeräte angeschafft und ein Behandlungsraum eingerichtet worden. Physiotherapeuten und Motopäden stehen als Teilzeitfachkräfte für dieses neue Angebot ab 2007 zur Verfügung. Seit Herbst 2009 werden die therapeutischen Angebote auch durch eine Psychologin verstärkt.
Projektfinanzierung
Für das Projekt in Siretu hat die politische Gemeinde zusammen mit der Europäischen Union der Ordensgemeinschaft ein neues Haus mit entsprechenden Einrichtungsgegenständen zur Verfügung gestellt. Die Ordensgemeinschaft hat die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung des pädagogischen Zentrums übernommen und hat die Kosten für den Betrieb des Zentrums zu tragen. Eine Refinanzierung dieser Kosten (Lebensmittel, Personal- und Sachkosten etc.) aus öffentlichen Mitteln ist nicht möglich. Daher sind die Schwestern dringend auf Projektpaten und andere Förderer angewiesen, die das soziale Zentrum durch einen regelmäßigen monatlichen Beitrag unterstützen und die Arbeit im Projekt so langfristig absichern helfen.


