Jüngster Spross im Leben und Wirken der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel in Brasilien ist der kleine Konvent in Rio Pardo de Minas. Im Jahr 2006 haben hier die Schwestern ihre Zelte aufgeschlagen und auf Wunsch des Bischofs der Diözese Janaúba mit einer breiten Pastoralarbeit begonnen.

Täglich ist Schwester Albertina Maria Medeiros Luciano im staubigen Armenviertel von Rio Pardo unterwegs. Die Kinder lieben sie.
Die soziale Situation in der Stadt
Rio Pardo de Minas liegt im Norden des Bundesstaates Minas Gerais, der mit 16 Millionen Einwohnern der fünftgrößte in Brasilien ist und an den Nachbarstaat Bahia angrenzt. Die kleine Stadt mit rund 29 000 Einwohnern liegt in einer halb-dürren Region mit ausgiebigen Regenfällen im Zeitraum von November bis März. Es kann jedoch bis zu neun Monate ohne Regen geben, wie es im Jahr 2007 geschah. Rio Pardo teilt sich in eine städtische und ländliche Zone auf.
Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft in kleinen Familienbetrieben, von der Aufzucht von Nutztieren, durch die Mitarbeit im Handel sowie Anstellungen in öffentlichen Einrichtungen.
In der Zeit der Dürre wandern Männer und Frauen, die zu körperlicher Arbeit fähig sind, auf die Suche nach Arbeit in andere Orte ab. In der Stadt bleiben Mütter, kleine Kinder und Jugendliche, die die Schule besuchen, zurück.
Bedingt durch die einseitige Anpflanzung von Eukalpytus-Plantagen in Rio Pardo de Minas wird dem Boden das ohnehin knappe Grundwasser entzogen. Nach Abholzung der Eukalpytusbäume braucht er viele Jahre, um sich wieder zu erholen.
Das Holz kommt nicht der Region zugute, sondern wird abtransportiert und zu Holzkohle verarbeitet. Die Regierung hat zahlreichen Konzernen für 20 Jahre Land zur Pflanzung solcher Wälder überlassen. Verschiedene Organisationen und engagierte Gruppen im Raum der Diözese setzen sich dafür ein, eine Verlängerung dieser Verträge zu verhindern. Dafür ist aber auch bei der Bevölkerung Bewusstseinsbildung nötig, denn auf den ersten Blick sichern diese Plantagen Arbeitsplätze.
Spendenkonto
Empfänger: Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel
Konto 100 300
Darlehnskasse im Bistum Münster
Bankleitzahl: 400 602 65
Stichwort: Rio Pardo de Minas
Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen oder weitergehende Informationen ist:
Schwester Klara Maria Breuer
Missionszentrale SMMP
Bergkloster 1
59909 Bestwig
Tel.: 02904 808-103
missionszentrale(at)smmp.de
Das Gebiet von Rio Pardo de Minas umfasst 97 Gemeinden. Und so ist der Ortsbischof dankbar für jede pastorale Unterstützung und Begleitung. Derzeit wirken in der Diözese Janaúba, zu der Rio Pardo gehört, 15 Ordensgemeinschaften. Regelmäßige Treffen der Ordensleute in der Diözese sorgen für eine gute Vernetzung und Abstimmung.
Der Projektansatz
Die Schwestern in Rio Pardo de Minas konzentrieren sich in ihrem sozialen und pastoralen Engagement insbesondere auf die Kinder und älteren Menschen sowie die Begleitung von Ehrenamtlichen in der Gemeinde. Daraus ergeben sich heute folgende Arbeitsschwerpunkte:
- Hausbesuche und naturheilkundliche Behandlung von kranken und alten Menschen,
- Ausbildung und Begleitung von Katecheten und weiteren Ehrenamtlichen in der Pastoral,
- Aufbau und Stützung von familiären Strukturen durch Familienpatenschaften und Angehörigenarbeit.
Kindern Orientierung geben
Wir holen die häufig verwahrlosten Kinder von den Straßen und laden sie zu regelmäßigen Gruppentreffen in das neu gebaute Haus ein. Diese Gruppen werden zum Teil schon wieder von älteren Kindern bzw. Jugendlichen unter Anleitung einer Schwester geleitet. Hier sollen die Kinder die Werte einer guten Gemeinschaft erleben, Heimat und Rückhalt finden, aber auch den Geist der christlichen Botschaft entdecken. Während des Tages erhalten die Kinder eine warme und gesunde Mahlzeit.
In unserer Arbeit mit den Müttern geht es darum, sie für das Leben sowie eine gesunde Ernährung ihres Kindes zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen.
Aufsuchende Pastoral- und Sozialarbeit
Durch die Nähe zu den Menschen kommen unsere Schwestern auch mit besonders tragischen Erkrankungen und sozialen Nöten in Berührung. Daraus haben sich zum Beispiel die Begleitung von Frauen mit Alkoholproblemen sowie die Beratung und Unterstützung in sozialen bzw. sozialrechtlichen Fragen als Aufgabenfelder entwickelt.
Gesundheitserziehung und Hausbesuche
Die schlechten hygienischen Verhältnisse und eine schwache Gesundheitsversorgung bereiten uns gerade in den ärmeren Stadtvierteln große Sorge. Um diese Situation zu verbessern besuchen wir regelmäßig kranke und alte Menschen zu Hause und behandeln diese mit Heilkräutern und anderen Naturheilmitteln. Aber auch die gesundheitliche Aufklärung gehört hier mit zu den Anliegen und wird als präventiver Ansatz ausgebaut.
Pastorale Aufbrüche unterstützen
Von Beginn an war die Mitarbeit in der Seelsorge der Pfarrei und der Diözese eine unserer Aufgaben. Daraus haben sich als konkrete Aufgabenfelder entwickelt: Ausbildung und Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden, Koordination der Katecheten auf Diözesanebene, Aufbau und Begleitung von Familienbibelkreisen sowie Pastoralbesuche gerade in den sehr abgelegenen Gemeinden im Landesinneren.
Familien fördern – Hoffnung schenken
Um arme, bedürftige Familien und besonders die Kinder noch besser und zielgerichteter unterstützen zu können, soll auch in Rio Pardo de Minas mit der Vermittlung von Familien-Patenschaften von monatlich 30 Euro begonnen werden. Dieses Patenschaftsprojekt wird bereits an einigen anderen SMMP-Standorten in Brasilien sehr erfolgreich durchgeführt.
Eine Familien-Patenschaft soll die persönliche Form der Hilfe mit der Förderung eines Projektes für eine bestimmte Region verbinden. Familien sollen in ihrem Umfeld zunächst stabilisiert und im nächsten Schritt langfristig von fremder Hilfe unabhängig werden. Gerade die vielen Kinder werden von Familien-Patenschaften profitieren. Denn Kinder brauchen eine Familie. Sie brauchen Eltern, die ihnen eine gesunde und vor allem ausreichende Ernährung, aber auch den regelmäßigen Schulbesuch finanzieren und ermöglichen können.



