Vallegrande: Kinderheime

Zugang zum Marktplatz von Vallegrande

Zugang zum Marktplatz von Vallegrande

Stolz führt die 16jährige Christiana Besucher durch das Kinderheim Aniceto Solares in Vallegrande. Seit vier Jahren lebt sie schon hier. An ihre Eltern kann sie sich nicht mehr erinnern. Sie war zu klein, als Vater und Mutter sie verlassen haben. Im Kinderheim der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) hat sie ein neues Zuhause gefunden.

Die beiden benachbarten Hogars (Kinderheime) beherbergen über 140 Mädchen bis zu 18 Jahren. Sie heißen „Aniceto Solares“ und „Santa Susana“ und liegen direkt am Marktplatz. Untergebracht sind die Mädchen meist in schlichten Sechs-Bett-Zimmern. Zwölf bis 14 von ihnen bilden eine Wohngruppe, die jeweils von einer Gruppenmutter betreut werden.

Heim Aniceto Solares: Hausansicht von der Gartenseite

Heim Aniceto Solares: Hausansicht von der Gartenseite

Die Mädchen sind sehr stark in den Haushalt eingebunden. Die Älteren dürfen durch den Verkauf ihrer eigenen Strick und Nähwaren schon etwas Geld dazuverdienen.

Tagsüber besuchen sie die Gemeindeschule von Vallegrande. Darüber hinaus erhalten sie im Heim eine Ausbildung im Kochen, Nähen, Sticken oder Gartenbau. „Auch Computerkurse bieten wir an“, berichtet Sr. Antonia Maria Freude. Sie leitet eines der beiden Heime.

Viele Mädchen leiden unter dem Verlust ihrer Eltern oder den erlittenen Misshandlungen. Sie werden psychologisch betreut. Viele haben Zahnschäden durch Unterernährung. Und manche leiden auch an „Chargas“, einer schweren Infektionskrankheit. Die Schwestern, die als Konvent mit auf dem Gelände leben, wollen erreichen, dass die noch lebenden Verwandten die Mädchen einmal pro Monat besuchen. Manchmal gelingt es. Fünf bis zehn von ihnen verlassen jedes Jahr das Heim.

Spendenkonto

Empfänger: Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel
Institut: Darlehnskasse im Bistum Münster (DKM)
Konto: 322 800
Bankleitzahl: 400 602 65
Stichwort: Vallegrande

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung.

Ihr Ansprechpartner in der Missionszentrale:
Winfried Meilwes
Tel.: 02904 808-241
missionszentrale(at)smmp.de   (missionszentrale(at)smmp.de)  

Die Schwestern und ihre Mitarbeiterinnen bemühen sich, den 18jährigen Frauen beim Auszug aus dem Kinderheim eine kleine „Haushaltsgrundausstattung“ mitzugeben. Die besteht aus einer Bettstelle mit Matratze (105 Euro), einer Kochplatte (40 Euro) und einer Nähmaschine (180 Euro). Das hilft den Mädchen, eine Existenz aufzubauen. Die jungen Frauen, die weiter zu Schule gehen und eine Berufsausbildung machen wollen, erhalten ein kleines Stipendium von monatlich 50 Euro und werden vor Ort begleitet. Derzeit sind rund 40 junge Frauen im Stipendienprogramm „Weg in die Selbständigkeit“.

Ohne finanzielle Hilfe können die Heime nicht existieren. Auch wenn die beiden Hogars je eine kleine Finca unterhalten, die die Verpflegungskosten etwas senken. Der Staat zahlt nur rund 4,80 Bolivianos (etwa 70 Cent) pro Tag und Kind – und das oft mit monatelanger Verspätung. Während der Ferien entfällt die Bezuschussung ohnehin, so dass die meisten Kinder solange bei Verwandten oder Bekannten leben. Hier begegnen sie oft schwierigen familiären Verhältnissen und Armut. Pro Jahr werden 250 Bolivianos pro Kind für Schulmaterialien benötigt. Lediglich 70 übernimmt der Staat. Eine Spende von 15 Euro im Monat hilft die Lernmaterialien eines Mädchens zu finanzieren.

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SMMP