Santa Cruz: Viele Jugendliche lernen nie das Alphabet

Spendenkonto
Kennwort für Spenden: Speisesaal Santa Cruz
oder
Colegio Santa Cruz
Empfänger: Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel
Institut: Darlehnskasse im Bistum Münster (DKM)
Konto: 322 800
Bankleitzahl: 400 602 65
Stichwort: jeweiliger Projektname (s.o.)

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung.

Ihr Ansprechpartner in der Missionszentrale:
Winfried Meilwes
Tel.: 02904 808-241
missionszentrale@smmp.de

„La Morita“ ist ein Armenviertel der Stadt Santa Cruz. Hier leben überwiegend Zugezogene. Sie kamen, weil sie hofften in der heute schon mehr als 800.000 Menschen zählenden Großstadt Arbeit zu finden. Nun aber bleiben sie größtenteils unter sehr schweren Bedingungen. Hier gibt es keine Kanalisation und keine gepflasterten Straßen. Trotzdem leben gerade hier viele kinderreiche Familien, deren Kinder unterernährt und für Krankheiten anfällig sind. Die Zahl der Arbeitslosen ist sehr hoch.

Bildung ist unter diesen Bedingungen ein Luxus: 15 Prozent der männlichen Bevölkerung Boliviens sind Analphabeten, unter den Frauen sind es sogar 22 Prozent. Dazu kommt eine nicht unbeträchtliche Dunkelziffer, vor allem in den ländlichen Gebieten. Und das in einem Land, in dem 42 Prozent aller Einwohner unter 15 Jahren alt sind. Der lateinamerikanische Staat hat ein jährliches Bevölkerungswachstum von 2,5 Prozent.

Die Schule: Der Hoffnung einen Raum geben

Der Bildungsnot wollten die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel ein Hoffnungszeichen entgegensetzen. Daher übernahmen sie 1983 in dem Armenviertel „La Morita“ die Trägerschaft einer sogenannten Primarschule (1.-8. Schuljahr). Die wurde bis dahin von der christlichen Erziehungsbewegung Fe y Alegria geführt. Zurzeit besuchen 752 Schüler aus La Morita den Vormittags- und 742 Schüler den Nachmittagsunterricht.

Um den Jugendlichen auch den Zugang zum Abitur zu verschaffen, richteten die Schwestern eine Abendschule ein. So konnten die Jugendlichen nach der Entlassung aus der Primarschule tagsüber arbeiten und am Abend das Abitur erlangen. „Aufgrund der hohen Kriminalitätsrate am Stadtrand von Santa Cruz ist aber der Besuch der Abendschule immer sehr gefährlich“, berichtet Schwester Egidia Llanos, Schuldirektorin und Oberin des Schwesternkonventes in Santa Cruz. Die Schülerzahl sei daher auf 307 zurückgegangen.

Sr. Egidia und Schülerinnen

Sr. Egidia und Schülerinnen

1999 startete das Projekt „Neubau Colegio SMMP“. Der Traum von einer neuen Schule wurde nicht zuletzt durch die Unterstützung des Kindermissionswerkes sowie zahlreicher Förderer und Spender aus Deutschland bis 2001 Realität. Im Januar 2000 nahm die Einrichtung mit den ersten vier Klassen den Betrieb auf. 2002 zählt sie bereits 441 Schülerinnen und Schüler.

Noch bleibt aber viel zu tun. Der Aufbau einer Schulbibliothek und die Anschaffung weiterer Lernmedien stehen dabei ganz oben auf der Liste. Hierfür werden noch dringend Spenderinnen und Spender gesucht. Jeder Euro hilft. Das Geld wird direkt und unmittelbar an unser Projekt weitergeleitet.

Der Speisesaal: Wenn jeder gibt was er hat, dann werden alle satt

Sr. M. Catalina mit Kindern

Sr. M. Catalina ist wie eine Grossmutter für die Kinder

Es ist 12 Uhr mittags. Schwester Maria Catalina Molina, mit 76 Jahren die älteste Schwester im Konvent der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) von Santa Cruz, öffnet die Tür zum Konventsgebäude. Draußen warten schon über 50 fröhliche aber auch hungrige Kinder auf ein warmes Mittagessen. Sie kommen fast jeden Tag. Der kleine Speisesaal schließt direkt an das Konventgebäude der Schwestern im Stadtteil La Morita an.

„1990 hat meine Mitschwester Juana den Speisesaal eröffnet“, erzählt Schwester Catalina, die für viele der Kinder eine Art Großmutter ist. Von montags bis freitags kocht sie zusammen mit einer Haushaltshilfe das warme und gesunde Essen. Die Kinder kommen alle aus sehr armen und zum Teil sehr instabilen Familien. Das Mittagessen ist für viele von ihnen die einzige warme Mahlzeit am Tag. „Mittlerweile kommen auch schon Kinder aus der dritten Generation zu unserem Speisesaal“, weiß Schwester Catalina. Nicht selten sind es bis zu fünf Kinder aus einer Familie. Täglich insgesamt 60 bis 80. Manchmal werden die Plätze knapp. Schwester Maria Catalina führt genau Buch.

Mit der Eröffnung des Mittagstisches für Kinder vor knapp 20 Jahren sollte den Kindern von La Morita eine verlässliche Anlaufstelle geboten werden. Eine warme und gesunde Mahlzeit trägt auch dazu bei, dass die Kinder in der Schule konzentriert lernen können. Einmal pro Monat trifft sich Schwester Maria Catalina mit den Eltern der Kinder. Hier steht das Zuhören im Vordergrund. Es ist wichtig die Situation der einzelnen Familien zu verstehen. Auch kleine Hilfen können manchmal mit auf den Weg gegeben werden.

Die Kinder sind überwiegend zwischen acht und zwölf Jahre alt. Sie lassen es sich schmecken, während die Schwester mit ihrem verschmitzten und hoffnungsvollen Lächeln durch die Tischreihen geht. Hier und dort führt sie ein kleines Gespräch. Alle Kinder kennt sie mit Namen. Nach dem Essen packen die größeren mit an: Abtrocknen, Tische abwaschen, den Raum durchfegen. Für das Mittagessen benötigt die Ordensfrau 200 bis 300 Euro pro Monat. Finanziert wird der Mittagstisch durch Spenden aus Deutschland sowie durch den Schwesternkonvent in La Paz.

  •