Cochabamba: Landflucht, Armut, Bildungsnotstand

Seit über 50 Jahren engagieren sich die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) in Cochabamba, der mit über 550.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Boliviens. Sie liegt in einem etwa 25 Kilometer langen und zehn Kilometer breiten, äußerst fruchtbaren Tal auf 2.550 Meter Höhe. Dennoch ist die Armut groß. Aufgrund der Landflucht wächst die Einwohnerzahl stetig. Hungernde und Obdachlose prägen das Bild der Stadtrandgebiete wie Collpapampa.

Eine gute und qualifizierte Schulausbildung ist in Bolivien viel wert. Über 15 Prozent der männlichen und 22 Prozent der weiblichen Einwohner gelten als Analphabeten. Die tatsächliche Quote dürfte weit darüber liegen. Diese Zahlen gewinnen noch mehr an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dass 42 Prozent der Einwohner Boliviens jünger als 15 Jahre sind und das Bevölkerungswachstum jährlich 2,5 Prozent beträgt.

Das „Colegio Santa Maria“ — Schulbildung am Stadtrand

1945 wurde im Zentrum Cochabambas eine Privatschule gegründet. 1995 weitete die Gemeinschaft ihr Engagement auf den Stadtrand aus und übernahm im Stadtviertel Collpapampa zunächst die Leitung einer staatlichen Schule in Kooperation mit der christlichen Erziehungsbewegung „Esculares populares Don Bosco“. Die Schule trägt den Namen der Ordensgründerin.

Das Kinderdorf „Cuatro Esquinas“ im Stadtteil Collpapampa

Seit über 50 Jahren betreiben die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) in der bolivianischen Großstadt Cochabamba das Kinderheim „Cuatro Esquinas“. 1995 wurde dieses Heim ausgesiedelt und in ein Kinderdorf umgewandelt. Die Räume waren zu klein um eine Erziehung nach heutigen pädagogischen Grundsätzen zu ermöglichen. Die Absicht lautete: Weg von den Heimstrukturen mit großen Schlafsälen und Essräumen, hin zu kleinen überschaubaren, familienähnlichen Gruppen.

„Kindern eine Chance geben“ – Das Kinderhaus „Casa de niños“ in Cochabamba engagiert sich für die Straßenkinder

„Kindern eine Chance geben“ – Das Kinderhaus „Casa de niños“ in Cochabamba engagiert sich für die Straßenkinder

Ein wenig paradiesisch wirkt die Ruhe schon, wenn der Besucher aus der Geschäftigkeit der Straßen Cochabambas die Füße über die Schwelle des Kinderhauses „Casa de niños“ in der Cuatro Esquinas-Ciudad setzt. Wenn dann die dicke Holztür verschlossen wird, bleibt auch der Hunger, die Armut aber auch die Kriminalität aus den Straßen der bolivianischen Marktstadt außen vor. Die Tür ist somit Schutz vor einer Lebenswirklichkeit, die ganz nah ist und auf die sich gut vorzubereiten ist.

Die Sozial- und Pastoralarbeit in La Pia — „Wie ein Tropfen auf dem heißen Stein“

Einen guten Geländewagen, einen erfahrenen Fahrer und die richtige Jahreszeit benötigt man schon, wenn man das kleine Indiodorf La Pia auf einem Hochplateau in 3 500 Meter Höhe erreichen will. Eine Stunde Fahrzeit nimmt die Strecke von der bolivianischen Großstadt Cochabamba nach La Pia in Anspruch. In den Regenzeiten ist es ganz von der Außenwelt abgeschnitten. Etwa sechsmal pro Jahr besuchen Sr. Amalia Machaca oder eine ihrer Mitschwestern vom Konvent der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) in Cochabamba die kleine Indiogemeinde. Ihr Kommen spricht sich sehr schnell unter den 60 auf dem Hochplateau zerstreut lebenden Familien herum. Sie freuen sich über den Besuch und die Fragen und Sorgen, die sie bei den Schwestern loswerden können.

Das Berufsausbildungszentrum „CEA“ — Bessere Chancen am Arbeitsmarkt

Immer mehr junge Bolivianer verlassen ihre Heimatdörfer und suchen in den Städten des Landes eine berufliche Zukunft. Doch ohne Ausbildung sind ihre Chancen auf eine qualifizierte Stelle gleich null. Die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) haben daraufhin 1980 in Cochabamba zusammen mit der Erziehungsbewegung Fe y Alegria das Berufsausbildungszentrum „CEA“ gegründet.

Weil Kinder nicht ins Gefängnis gehören: Kinderdorf Cristo Rey

Seit dem Jahr 2008 wird das umfangreiche Engagement der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) in Cochabamba mit der Übernahme und Trägerschaft sowie pädagogischen Leitung des Kinderdorfes „Aldea de Niños Cristo Rey“ (Christkönig) an den Hängen von Cochabamba ergänzt. Diese Einrichtung haben die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel von Pater Erik Williner und der Laienmissionarin Schwester Ingrid Pentzek übernommen, mit den die Gemeinschaft schon über lange Jahre freundschaftlich verbunden ist. Hier kümmert sich die Gemeinschaft um die sich selbst überlassenen Kinder von Strafgefangenen.

Diese Seite weiterempfehlen:

SMMP