Aus schwieriger Vergangenheit in eine gute Zukunft

Andrea Starkgraff überreicht Ursula Jenke im Beisein von Generaloberin Sr. Aloisia Höing einen neuen "Dienstwagen" für das Mutter-Kind-Wohnen im Julie-Postel-Haus. Der SMMP-Aufkleber ist natürlich schon drauf. Foto: SMMP/Beer

Andrea Starkgraff überreicht Ursula Jenke im Beisein von Generaloberin Sr. Aloisia Höing einen neuen "Dienstwagen" für das Mutter-Kind-Wohnen im Julie-Postel-Haus. Der SMMP-Aufkleber ist natürlich schon drauf.

Umgebautes Julie-Postel-Haus bietet vor allem Platz für junge Mütter mit Kindern

„Das Motto des Jubiläumsjahres der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, ‚Brücken bauen im Vertrauen‘ hat im Julie-Postel-Haus eine ganz besondere Bedeutung: Hier bauen junge Mütter und Väter mit ihren Kindern aus einer oft leidvollen Vergangenheit Brücken in ihre Zukunft“, erklärt Generaloberin Schwester Aloisia Höing. Der Bereich des Mutter-Vater-Kind-Wohnens umfasst jetzt, nach dem Umbau, 33 Plätze. Am Freitag wurden die neuen Räume eingesegnet.

„Der Bedarf zur Begleitung und Betreuung junger, oft minderjähriger Eltern ist groß. Mit der neuen Konzeption wollen wir uns auf diese Klientel konzentrieren. Fünf Plätze bleiben aber auch für das normale Jugendwohnen erhalten“, erläutert die Leiterin des Julie-Postel-Hauses, Ursula Jenke. Die übrigen seien auf Eltern-Kind-Appartements mit zwei Zimmern und eigenem Bad verteilt. Vier dieser Appartements seien zu einer Ver­selbst­stän­di­gungs­gruppe zusammengefasst, in der die jungen Eltern den Haushalt schon weitgehend eigenständig organisieren.

Pfarrer Günter Eickelmann segnet die neuen Räume des Julie-Postel-Hauses ein – auch die Kita "Sternenfänger". Foto: SMMP/Beer

Pfarrer Günter Eickelmann segnet die neuen Räume des Julie-Postel-Hauses ein – auch die Kita "Sternenfänger".

Konzept ist auf Kinder ausgelegt

Die Konzeption des Hauses entspreche der Sichtweise der Jugendämter – und die sei vom Kind aus gedacht: „Wie schaffen wir für Babys und Kleininder das richtige Umfeld, sich zu entwickeln? Die Förderung der Mutter- bzw. Vater-Kind-Beziehung, die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Eltern und deren Vorbildverhalten gehören dann natürlich dazu.“

Der Ausbau der hauseigenen Kita „Sternenfänger“ trage dazu bei, die Kleinkinder gezielt zu fördern und den Eltern Freiräume zu schaffen, um an Ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten. „In Modulen lernen sie den Alltag zu bewältigen: von der Babymassage bis zur Haushaltsführung. Und gemeinsam mit unserem Team sollen sie realistische schulische und berufliche Perspektiven entwickeln“, nennt die Sozialpädagogin das Ziel.

Gleichzeitig biete die Kita die optimalen Voraussetzungen, die Schullaufbahn fortzusetzen oder einer Ausbildung nachzugehen. „Dafür ist das Julie-Postel-Haus in dieser Region einmalig vernetzt“, betont Andrea Starkgraff, Geschäftsfeldleiterin für die Seniorenhilfe-Einrichtungen, die Gesundheitsakademie und das Julie-Postel-Haus in Trägerschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel.

Rund 60 Gäste waren bei der Einsegnung der neuen Räume dabei. Darunter viele Vertreterinnen und Vertreter aus anderen Einrichtungen der Seniorenhhilfe SMMP und das ganze Team des Julie-Postel-Hauses. Foto: SMMP/Beer

Rund 60 Gäste waren bei der Einsegnung der neuen Räume dabei. Darunter viele Vertreterinnen und Vertreter aus anderen Einrichtungen der Seniorenhhilfe SMMP und das ganze Team des Julie-Postel-Hauses.

Dank an das ganze Team

Ihr Dank galt vor allem dem Team der Vater-Mutter-Kind-Einrichtung: Der Umbau, der in mehreren Etappen erfolgte, hat fast fünf Jahre lang gedauert. In dieser Zeit wechselten sowohl die Ver­ant­wort­lich­keiten innerhalb der Geschäfts­felder der Ordensgemeinschaft als auch die Hausleitung selbst: „Das heißt, dass neue Leute ein Projekt weiterentwickelt haben, die an der ursprünglichen Konzeptidee gar nicht beteiligt waren. Trotzdem hat das prima geklappt.“ Auch hätten diese Wechsel noch einmal neue Aspekte in die Entwicklung eingebracht: So läuft der Bereich der Jugendhilfemaßnahmen im Julie-Postel-Haus jetzt völlig aus, um sich ganz auf den Mutter-Vater-Kind-Bereich zu konzentrieren.

„Vier Plätze sind schon belegt. Sechs weitere Anfragen von Jugendämtern für schwangere Mütter liegen vor. Das heißt, wir kommen mit unserem Konzept allmählich an“, ist Ursula Jenke optimistisch. Die Entgelt-Verhandlungen mit dem Jugendamt des Hoch­sauer­land­kreises laufen sogar noch.

„Ein Zuhause ist in dieser komplizierten Welt immer wichtiger“

Am Schluss der kleinen Feier segnete Pfarrer Eickelmann die neuen Räume ein: „Das vertraute Zuhause ist in einer Welt, die komplizierter wird, immer wichtiger. Gerade auch für Kinder, die ihre ersten Schritte ins Leben gehen. Schön, dass Sie diesen Kindern und ihren Eltern hier ein Zuhause geben.“ Und Schwester Aloisia fügte hinzu: „Brücken für Kinder und Jugendliche in eine hoffnungsvolle Zukunft zu bauen, war schon ein ureigenes Anliegen unserer Gründerin. So hoffe ich, dass diese Einrichtung auch Brücken baut zwischen Himmel und Erde, zwischen den Menschen und Gott.“

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