Missionare auf Zeit: "Komm mit ins Abenteuerland"

Schwester Aloisia Höing überreicht der Missionarin auf Zeit Maria Lenze einen Engel. Er soll sie während ihres Auslandseinsatzes in Bolivien begleiten. Foto. SMMP/Bock

Schwester Aloisia Höing überreicht der Missionarin auf Zeit Maria Lenze einen Engel. Er soll sie während ihres Auslandseinsatzes in Bolivien begleiten. Foto. SMMP/Bock

Feierliche Aussendung der Missionare auf Zeit im Bergkloster Heiligenstadt

„Mein Ast wächst im nächsten Jahr nach Metarica in Mosambik“, sagt Sandra Krummel aus Welver und heftet ihren Zweig mit einem Foto an den großen Baum, der im Altarraum aufgebaut ist. Mit Blick in die volle Kirche fügt sie hinzu: „Ich möchte mit den neuen Erfahrungen wachsen und danach vielleicht auch gelassener durchs Leben gehen.“ Dann gibt sie das Mikrofon weiter. Bis der Baum 18 Äste hat.

Bei der Aussendungsfeier der Missionare auf Zeit heftet Anna-Lena Fuchs aus Bottrop-Grafenwald ihren Ast in Richtung Bolivien an einen symbolischen Baum im Altarraum. Im nächsten Jahr soll er wachsen und viele Blätter bekommen. (Foto: SMMP/Bock)

Bei der Aussendungsfeier der Missionare auf Zeit heftet Anna-Lena Fuchs aus Bottrop-Grafenwald ihren Ast in Richtung Bolivien an einen symbolischen Baum im Altarraum. Im nächsten Jahr soll er wachsen und viele Blätter bekommen.

18 junge Erwachsene sind es nämlich, die am Samstag, 3. Juli, in der Klosterkirche des Bergklosters Heiligenstadt, als Missionare auf Zeit (MaZ) nach Bolivien, Brasilien, Mosambik und Rumänien ausgesandt wurden. Ein halbes Jahr lang haben sie sich auf diesen Einsatz vorbereitet. Generaloberin Schwester Aloisia Höing freute sich darüber, „dass Sie diesen Weg gehen, das Ufer verlassen und Neues wagen.“ Für jeden wird es eine persönliche Reise ins Abenteuerland sein, weshalb die Missionare auf Zeit, die den Aussendungsgottesdienst selbst vorbereitet hatten, das gleichnamige Lied von „Pur“ als Eingangslied wählten.

Der Rektor des Bergklosters, Pfarrer Bernd Kucklick, griff das Motiv des Baumes gern auf: „Er wird klein gepflanzt und muss wachsen. In der Sonne spendet er Schatten. Im Regen bietet er Schutz. Er verändert sich ständig. Das ist das Leben: Aufbruch, Wagnis, Veränderung – Herausforderung.“ All das treffe auch auf die jungen Missionare auf Zeit zu. Leben hieße, unterwegs zu sein, nicht immer alles vorhersehen zu können und trotzdem Wagnisse einzugehen. In dieser Hinsicht sei die hl. Maria Magdalena Postel ein gutes Vorbild. Auch sie sei 25 Jahre mit ihrer kleinen Gemeinschaft unterwegs gewesen. „Und als der Turm der gerade erst wieder hergestellten Abtei in St. Sauveur le Vicomte einstürzte, entgegnete sie ihren zweifelnden Mitschwestern: “ Vertrauen wir auf Gott. Er wird uns begleiten.“ Das tat er dann auch.

Ein Schutzengel für jeden Einzelnen

Ein letztes Gruppenfoto vor der Abreise: Diese Missionare auf Zeit und das MaZ-Team, bestehend aus Sr. Theresia Lehmeier, Birgit Bararic und Regina Hundt, haben sich während des letzten halben Jahres immer wieder für mehrere Tage getroffen, um den Auslandseinsatz vorzubereiten. Foto: SMMP/Bock

Ein letztes Gruppenfoto vor der Abreise: Diese Missionare auf Zeit und das MaZ-Team, bestehend aus Sr. Theresia Lehmeier, Birgit Bararic und Regina Hundt, haben sich während des letzten halben Jahres immer wieder für mehrere Tage getroffen, um den Einsatz vorzubereiten.

Als Symbol dieses Beistandes überreichte Schwester Aloisia Höing den Missionaren jeweils einen kleinen Engel: „Er soll Sie beschützen. Aber auch Sie sollen für die Menschen, denen sie an den verschiedenen Wirkungsorten begegnen, jeweils Engel sein.“ Dieses Anliegen würden auch die Schwesterkonvente begleiten, die für die Missionare während der Zeit ihres Auslandsaufenthaltes eine Gebetspatenschaft übernehmen.

Schwester Theresia Lehmeier, Birgit Bagaric und Regina Hundt, die die Gruppe während der letzten neun Monate bei regelmäßigen Treffen auf den Auslandseinsatz vorbereitet hatten, sind zuversichtlich, dass das gelingen wird. Humorvoll gaben sie in der Kirche einen kleinen Rückblick auf diese Phase und charakterisierten die neuen MaZ anhand von Kinderfotos. Zum Beispiel Kira Daldrup. An ihr imponiert Birgit Bagaric das besondere Einfühlungsvermögen: „Das werden ihr sicher auch die Kinder der Biblioteca von Bermejo in Bolivien danken.“ Oder Corinna Dederichs, die ihren Einsatz in Leme/Brasilien absolviert: „Am Anfang wirkte sie noch distanziert. Aber mehr und mehr wurde uns klar, dass sie ganz klare Vorstellungen hat und ihr Ziel nicht aus den Augen verliert. Das wird auch für ihre Arbeit mit den Kindern wichtig sein.“

Baum wächst jetzt auch im Klostergarten

Nach der Aussendungsfeier überreichten die Missionare auf Zeit Schwester Aloisia Höing (im Hintergrund) einen Apfelbaum. Er soll genauso Früchte bringen wie der Einsatz der jungen Erwachsenen im Ausland. Foto: SMMP/Bock

Nach der Aussendungsfeier überreichten die Missionare auf Zeit Schwester Aloisia Höing (im Hintergrund) einen Apfelbaum. Er soll genauso Früchte bringen wie der Einsatz der jungen Erwachsenen im Ausland.

Dass der Baum gedeiht und die Zweige weiter wachsen, soll ein Apfelbaum zeigen, den die Missionare auf Zeit den Schwestern nach dem Gottesdienst überreichten und im Gemüsegarten einpflanzten. Auch die Eltern der MaZ erhielten jeweils einen kleinen Buchsbaum. Und schließlich waren die jungen Missionare mit ihren Familien und den Ordensschwestern noch zum Mittagessen ins Thomas Morus Haus eingeladen. Bevor es hieß, Abschied zu nehmen. „Irgendwie komisch, jetzt für ein Jahr Tschüss zu sagen“, verriet Marie-Theres Cremer-Schulte, die mit Sandra Krummel nach Mosambik reisen wird. Die Gruppe habe sich doch während der letzten Monate so gut kennengelernt, bedauert sie. Aber die gemeinsamen Wurzeln werden die MaZ im nächsten Jahr nicht verlieren…

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