Provinzkapitel als Erfahrung der neuen Einheit

32 Schwestern tagen bis zum 19. April im Bergkloster Bestwig – Thema ist der missionarische Sendungsauftrag

Bestwig, 13. April 2009. Am Ostermontag um 11.45 Uhr eröffnete Provinzoberin Schwester Pia Elisabeth Hellrung im Bergkloster Bestwig das erste Kapitel der Europäischen Provinz der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel. Bis Sonntag, 19. April, werden die 32 teilnehmenden Ordensfrauen aus Deutschland, Rumänien und den Niederlanden ihren Sendungsauftrag überdenken und die Ziele für die Zukunft neu definieren. „Denn die Notwendigkeiten ändern sich“, so Schwester Pia Elisabeth. Wie die Ordensgründerin, die hl. Maria Magdalena Postel, wolle man sich immer wieder an den Nöten der Zeit orientieren. Zudem wählt die Versammlung am Freitag, 17. April, die neue Provinzleitung für die kommenden sechs Jahre.

285 Schwestern in zehn Bistümern

Eröffnung des Provinzkapitels durch Provinzoberin Schwester Pia Elisabeth Hellrung im Innenhof des Bergklosters Bestwig. Dabei führen die Schwestern die Symbole der drei früheren Provinzen, die 2003 zu einer Europäischen Provinz zusammengefasst wurden,  zueinander.

Eröffnung des Provinzkapitels durch Provinzoberin Schwester Pia Elisabeth Hellrung im Innenhof des Bergklosters Bestwig. Dabei führen die Schwestern die Symbole der drei früheren Provinzen, die 2003 zu einer Europäischen Provinz zusammengefasst wurden, zueinander.

Zu der Europäischen Provinz gehören insgesamt 285 Schwestern. Die meisten von ihnen leben und wirken in Deutschland. Mehrere Ordensniederlassungen gibt es aber auch in den Niederlanden. Seit dem Jahr 2000 ist die Gemeinschaft darüber hinaus in Schineni/Rumänien tätig. So verteilen sich die Konvente auf insgesamt zehn Bistümer. Alle sind im Provinzkapitel vertreten. Zum Auftakt im Kreise von über 100 Ordensschwestern rief die stellvertretende Provinzleiterin Schwester Maria Hildegard Schültingkemper diese Delegationen einzeln auf: Dazu zählen Ordensfrauen aus den Bistümern Iasi an der moldawischen Grenze in Rumänien, aus Utrecht in den Niederlanden sowie aus Paderborn, Erfurt, Münster, Limburg, Berlin, Essen, Fulda und Magdeburg.

21 Kapitularinnen wurden als gewählte Vertreterinnen für das Provinzkapitel entsandt. Zehn Ordensfrauen nehmen qua Amt an der Konferenz teil: darunter Generaloberin Schwester Aloisia Höing, die Provinzoberin und der Provinzrat. Aus den Niederlanden hat die Provinzleitung zudem eine zweite Teilnehmerin delegiert.

In der Dreifaltigkeitskirche ruft Schwester Maria Hildegard Schültingkemper dann die Delegationen aus den zehn Bistümern einzeln nach vorn.

In der Dreifaltigkeitskirche ruft Schwester Maria Hildegard Schültingkemper dann die Delegationen aus den zehn Bistümern einzeln nach vorn.

Ein Blick in die Geschichte

In strahlendem Sonnenschein riefen sich die Schwestern am Montagmittag im Innenhof des Klosters noch einmal an die junge Geschichte und das Entstehen der Europäischen Provinz in Erinnerung. „In den vergangenen sechs Jahren existierte sie ad experimentum – also auf Probe“, erläuterte Schwester Pia Elisabeth. Dieser Status sei seit dem Generalkapitel, das im Januar 2009 im Bergkloster Heiligenstadt tagte, aufgehoben.

Bedingt durch die deutsch-deutsche Teilung diente das Bergkloster Bestwig 32 Jahre lang als „neue Heimat, Mutterhaus, Noviziat, Lebens- und Arbeitsstätte, Geistliches Zentrum und Ort der Erholung, als Sitz des Generalats und Provinzialats der westdeutschen Provinz“, blickte Schwester Maria Hildegard zurück. 2003 wurden das Generalat dann wieder nach Heiligenstadt zurückverlegt und die drei Provinzen aus den Niederlanden, West- und Ostdeutschland zu einer Europäischen Provinz mit Sitz im Bergkloster Bestwig zusammengeführt.

Symbolische Einheit

Symbolisch brachten Vertreterinnen aus diesen drei Regionen deshalb auch noch einmal die Zeichen der früheren Provinzen mit nach Bestwig. Schwester Dorothea Brylak hatte den Anker der Provinz Spes Nostra aus den Niederlanden dabei. Sr. Benedikta vom Kreuz Lerch präsentierte das Kreuz als Symbol der früheren Provinz der seligen Placida im thüringischen Eichsfeld. Und die ehemalige Generaloberin Schwester Christa Maria Henninghaus verwies auf den Brunnen als Symbol der ehemaligen westdeutschen Provinz. Kreuz, Anker und Brunnen sind nun im Innenhof des Klosters bildhaft miteinander verbunden. „Das ist uns zum Auftakt dieses Provinzkapitels ein wichtiges Zeichen“, unterstreicht Schwester Pia Elisabeth. Denn nur in der Einheit könne man die Aufgaben der Zukunft meistern.

Zukunft und Hoffnung

Insgesamt steht das Kapitel unter derselben Überschrift wie schon das Generalkapitel: „Du sollst uns Zukunft und Hoffnung geben“ – nach einem Vers aus dem Buch Jeremias. Daran anknüpfend wird jeder Tag noch einmal unter einen eigenen Leitsatz gestellt. „So wollen wir unseren missionarischen Sendungsauftrag in die Welt neu überdenken und uns unseres Weges vergewissern“, führt die Provinzoberin aus. Dabei könne es durchaus sein, dass manche Aufgaben als nicht mehr so wichtig eingestuft und neue Herausforderungen angegangen werden. Eine ganz wesentliche Aufgabe bleibe aber sicher der Einsatz in den Einrichtungen und Diensten. Allein in Deutschland ist die Gemeinschaft Betreiber und Mitgesellschafter von über 30 Bildungs- und Senioreneinrichtungen sowie Kliniken und Praxen. Darin beschäftigen die Schwestern über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dem Charisma der Gründerin und ihrem christlichen Auftrag ebenfalls folgen sollen. „Bei dem 200-jährigen Bestehen der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel 2007 ist deutlich geworden, dass das gelingen kann. Darauf ruht auch ein Teil unserer Hoffnungen für die Zukunft.“ Weitere originäre Aufgaben der Ordensfrauen bestehen beispielsweise in der Pastoralarbeit, in der Seelsorge und Katechese.

Die Wahl der neuen Provinzleitung erfolgt am Freitagvormittag. Die Ergebnisse werden noch am selben Tag auf dieser Internetseite veröffentlicht.

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